Teil 3 des "Universum"-Dreiteilers "Die wunderbare Welt der Affen"

"Superhirne" am 8. Juli um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Zahnseide verwenden, in fremden Sprachen kommunizieren und die richtige Medizin gegen Krankheiten kennen - wer glaubt, dass dazu nur der Mensch imstande ist, wird im dritten und letzten Teil des "Universum"-Dreiteilers "Die wunderbare Welt der Affen" am Dienstag, dem 8. Juli 2014, um 20.15 Uhr in ORF 2 eines Besseren belehrt. Ungeahnte Fertigkeiten unserer nächsten Verwandten zeigen in der von Giles Badger und Gavin Boyland (deutsche Bearbeitung: Doris Hochmayr) gestalteten BBC-Dokumentation, dass sie dem Menschen in ihrer intellektuellen Entwicklung viel näher sind als bisher angenommen.

Das Erfolgsgeheimnis vieler Primatenarten ist ihr kreativer Intellekt. Er hilft, sich an veränderte Bedingungen anzupassen, neue Probleme zu lösen und eingeübte Fertigkeiten zu verbessern. Mehr noch: Selbst vorausschauendes Planen und die Fähigkeit, sich in andere Gruppenmitglieder hineinzuversetzen, sind Verhaltensweisen, die nicht nur dem Menschen vorbehalten sind. Ein wichtiger Schlüssel dafür ist Kommunikation. Durch sie kann bereits erworbenes Wissen anderen weitergegeben werden. Primaten lernen voneinander und entwickeln gruppenspezifische Lösungen. Das bestätigt ein Versuch mit zwei verschiedenen Schimpansengruppen, die vor dasselbe Problem gestellt wurden: Honig ist in einem hohlen Baumstamm versteckt - ohne Hilfsmittel gibt es die "Delikatesse" nicht. Beide Gruppen lösten die Aufgabe auf unterschiedliche Weise, aber innerhalb ein und derselben Gruppe arbeiteten alle auf die gleiche Weise.

Die Wissenschaft weiß, dass Primaten vorausschauend agieren können. Die Stummelaffen auf Sansibar etwa verzehren mit Vorliebe Blätter, die Toxine enthalten. Um nicht zu erkranken, stehlen sie von den Menschen Kohlestücke, um sie zur Entgiftung ihres Körpers zu fressen. Die Kapuzineraffen in Costa Rica schützen sich wiederum mit speziellen Pflanzensäften vor gefährlichen Moskitostichen. Ein Insektenstich wird also bekämpft, noch bevor er eingetreten ist -eine durchaus komplizierte Denkleistung. Ein wesentlicher Antrieb der geistigen Entwicklung ist auch die Neugier: Primaten beobachten ganz genau und lernen mit Hilfe von Nachahmung. So haben etwa die thailändischen Javaneraffen die Vorzüge der Mundhygiene entdeckt. Sie setzten einzelne lang gewachsene Menschenhaare ein und verwenden diese als Zahnseide. Die Makaken-Art kopiert vom Menschen aber nicht nur Praktisches, sondern schaut sich von ihm auch die schönen Seiten des Lebens ab, zum Beispiel: Turmspringen ins kühle Nass. Wie menschenähnlich kann ein Primat aber werden, wenn der Druck des Überlebenskampfes nicht mehr auf ihm lastet? Auch diese Frage hat sich die Wissenschaft gestellt. Beantwortet wird sie vielleicht durch die Geschichte eines Bonobo-Männchens, das in den USA unter Menschen aufgewachsen ist. Der Bonobo versteht die menschliche Sprache und kann mit Hilfe von 500 Symbolen antworten. Das Außergewöhnlichste: Er hat gelernt, Feuer zu machen und es sogar zu löschen.

Der dritte und letzte Teil der "Universum"-Reihe "Die wunderbare Welt der Affen" gibt Einblick in die unerschöpfliche Fülle an intelligenten Spielarten, die die Familie der Primaten hervorgebracht hat. Trotz der Vielfalt werden zahlreiche Parallelen zu menschlichen Handlungsweisen offensichtlich und entlarven die "Krone der Schöpfung" als eine mögliche Variante - und nicht als das Maß aller Dinge.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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