Westafrika: Hunderttausende Kinder drohen zu verhungern

Generalsekretär der Caritas Senegal, Abbe Tine Ambroise, im "Kathpress"-Gespräch über die drohende Hungerkatastrophe und deren Gründe

Wien-Dakar, 05.07.14 (KAP) Den Menschen in der westafrikanischen Sahelzone droht die dritte Hungersnot innerhalb weniger Jahre. Allein im Senegal sind schon rund 650.000 Menschen, darunter viele Kinder, akut vom Hungertod bedroht. Darauf hat Abbe Tine Ambroise, Generalsekretär der Caritas Senegal, im "Kathpress"-Gespräch aufmerksam gemacht. Schon seit Anfang Mai hätten viele Familien kaum noch etwas zu essen. Am schlimmsten wirke sich das für die Kinder sowie stillende und schwangere Mütter aus, so Ambroise.

Im Senegal liegt der Anteil der unterernährten Bevölkerung bei fast 22 Prozent. Rund 2,8 Millionen der 13 Millionen Einwohner haben damit nicht genug zu essen. 27 Prozent aller Kinder im Land seien chronisch unterernährt, so der Caritas-Generalsekretär. Sie seien damit stark gefährdet, noch vor ihrem 5. Geburtstag zu sterben. Wenn sie überleben, hätten sie oft mit schweren Entwicklungsschäden zu kämpfen.

In der westliche Sahelzone, die neben dem Senegal vor allem Mali, Niger und den Tschad umfasst, seien insgesamt 20 Millionen Menschen von der Hungerkrise betroffen. Jedes Jahr würden mehr als 200.000 Kinder an Hunger und dessen Folgen sterben, so Abbe Ambroise, der früher selbst vom Hunger betroffen war: "Als kleines Kind habe ich 1972 eine Hungerkrise miterlebt. Es war furchtbar, nur einmal am Tag ein klein wenig zu essen zu bekommen." Die Eltern versuchten beispielsweise ihre hungrigen Kinder zu überlisten und würden abends so lange den leeren Topf am Feuer umrühren, bis die Kinder eingeschlafen sind. Nur Dank der Hilfe der Caritas habe seine Familie damals überlebt. "Ich weiß, was es heißt, zu hungern."

Der Senegal ist eines der Schwerpunktländer der heutigen Hungerkampagne der Caritas. (Infos: www.caritas.at)

O-Töne von Abbe Ambroise sind in Kürze unter www.kathpress.at/audio abrufbar.

Ein Foto von Abbe Ambroise ist unter www.kathpress.at/bild abrufbar.

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