"profil": Frie Leysen übt herbe Kritik an Wiener Festwochen

"Fehlende Vision, antiquierter Arbeitsstil" - Sie habe das unerfreuliche Gefühl gewonnen, dass "Festwochen als Melkkuh des Wiener Kultursektors" gesehen werden

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, legt Frie Leysen, die als Schauspielchefin die Wiener Festwochen nach nur einer Spielzeit verlassen hat, nun die Hintergründe dieser Entscheidung dar. Sie habe "nach mehreren Monaten ständigen Konflikts" festgestellt, "dass das Hauptproblem des Festivals das grundlegende Fehlen einer Vision" sei. Sie kritisiert die Begrenzung der Amtszeit des Intendanten auf drei oder fünf Jahre. Im Führungsteam werde so "nur durch den Geschäftsführer Kontinuität gewahrt".

Doch gerade die Geschäftsführung der Festwochen sei "ein feudalistisches System", das nach der Devise "Divide et impera" verfahre, "mit einem sehr geringen Ausmaß an Loyalität und wenig Interesse für Künste und Künstler". Der Arbeitsstil des Festivals sei "antiquiert und unflexibel", das Team viel zu groß und das Arbeitspensum der einzelnen Mitglieder zu gering.

Die Erstellung des Budgets und die Art, in der finanzielle Entscheidungen getroffen würden, seien nicht transparent. Sie habe "das unerfreuliche Gefühl gewonnen, dass die Festwochen als Melkkuh des Wiener Kultursektors gesehen werden". Und lediglich fünf der 13 Millionen Euro des Gesamtbudgets würden "für das Kerngeschäft aufgewendet: die Produktion, Koproduktion und Präsentation künstlerischer Projekte". Die Festwochen müssten dringend ihre Vision und ihre Struktur überdenken, so Leysen - und "die Kuschelecke etablierter Bahnen des Denkens und Handelns verlassen".

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0004