"Kulturmontag" am 7. Juli: 25. Todestag Karajans, 900 Jahre Stift Klosterneuburg und der wiederentdeckte Schatz des Schahs

Außerdem: "les.art" mit Bachmann-Preisträger/in und Autor Josef Winkler, danach Doku "Gypsy Spirit: Harri Stojka - Eine Reise"

Wien (OTS) - Auf vielfache Spurensuche begibt sich der von Clarissa Stadler präsentierte "Kulturmontag" am 7. Juli 2014 ab 22.30 Uhr in ORF 2: So blickt die Sendung zum 25. Todestag von Herbert von Karajan auf das Leben und Wirken des großen Meisters zurück; geht auf Entdeckungsreise im Stift Klosterneuburg, das für eine Ausstellung zu seinem 900-jährigen Bestehen die Pforten öffnet; und besucht eine Sensationsschau in Teheran, wo das Museum für zeitgenössische Kunst den wiederentdeckten Schatz des Schahs präsentiert: Jahrhundertwerke von Bacon über Pollock bis Warhol, aber auch Bilder von Renoir, einst gesammelt von der ehemaligen Kaiserin Farah Diba und 35 Jahre in Kellern gebunkert. Dazu live zu Gast im Studio: die international renommierte iranische Künstlerin Parastou Forouhar.

Im Anschluss an das Magazin steht um 23.20 Uhr eine neue Ausgabe der Literatursendung "les.art" auf dem Programm, diesmal mit der/dem aktuellen Bachmann-Preisträger/in sowie Autor Josef Winkler zu Gast bei Christian Ankowitsch. Danach, um 23.45 Uhr, ist- anlässlich des Jazz Fest Wien - die Dokumentation "Gypsy Spirit: Harri Stojka - Eine Reise" von Klaus Hundsbichler zu sehen.

Eine Spurensuche zum 25. Todestag von Herbert von Karajan

Am 16. Juli 1989 ist der österreichische Dirigent Herbert von Karajan gestorben. Er war ein Magier mit Suggestionskraft, sportfanatisch und technikverliebt, der sein Image selbst eisern kontrollierte. Wer ihn wann von welcher Seite fotografierte und welche Bilder an die Öffentlichkeit gelangten - nichts geschah ohne seine Autorisierung. Missliebiges wie seine Verstrickungen mit dem NS-Regime und Niederlagen sparte er geflissentlich aus. Mehr als 800 Aufnahmen -zuerst auf LP, später auf der von ihm maßgeblich beförderten CD -spielte er ein, 200 Millionen Tonträger hat er verkauft. Immer noch ist er die Cash-Cow seines Labels, der Deutschen Grammophon. Herbert von Karajan: Das war Hitlers Staatskapellmeister, später Chef der Berliner Philharmoniker, Direktor der Wiener Staatsoper, Intendant der Salzburger Festspiele und Gründer der Salzburger Osterfestspiele - eine Ikone zu Lebzeiten, heute ein Mythos. Der "Kulturmontag" bemüht sich, dahinter die Person Karajan zu entdecken und bittet u. a. zwei Weltstars zu Wort: Anne-Sophie Mutter, deren Karriere er wesentlich förderte, und Brigitte Fassbaender.

Glaube, Kunst und Wein mit Schauwert: Ausstellung zu 900 Jahre Stift Klosterneuburg

Es besitzt das älteste Weingut Österreichs, die größte private Bibliothek und einige der wertvollsten Kunstschätze des Landes - und das alles umwoben von einem romantischen Gründungsmythos. Vor 900 Jahren wurde mit dem Bau des Stiftes Klosterneuburgs begonnen, genau an jener Stelle, an der der Babenberger Markgraf Leopold III. den Brautschleier seiner Gemahlin Agnes nach neunjähriger Suche auf einem Hollerbusch wiedergefunden hat. So die Legende. Seit jeher muss sich der Konvent, dessen wichtigste Aufgabe die Seelsorge ist, selbst erhalten. Und das tun die Augustiner-Chorherren nicht schlecht. 30 Millionen Euro beträgt der Jahresumsatz der Wirtschaftsbetriebe des Stiftes, das 200 Mitarbeiter/innen beschäftigt und 10 Prozent seines Gewinns für soziale Aufgaben aufwendet. Investiert wird auch in Kunst, denn von Anbeginn waren die Augustiner-Chorherren auch Mäzene und Sammler, gaben sakrale Werke in Auftrag, förderten aber auch Künstler, wie den jungen, noch unbekannten Egon Schiele. In dieser Tradition steht auch die aktuelle Ausstellung "Hier & Jetzt / Hic & Nunc", für die das Stift Klosterneuburg seine heiligsten Orte und Schätze zur Verfügung gestellt hat.

Sensationsschau westlicher Kunst in Teheran - Wiederentdeckter Kunstschatz der Farah Diba

Jahrhundertwerke von Jackson Pollock, Francis Bacon oder Andy Warhol mit einem kolportierten Wert von drei Milliarden Euro: Jahrzehnte wurden sie in Kellern gebunkert. Die Rede ist von den Beständen des Museums für zeitgenössische Kunst in Teheran. Farah Diba, Witwe des letzten Schahs von Persien, ließ das Museum in den 1970er Jahren errichten, immer auf der Suche nach exquisiten Kunstwerken. Mit dem Umsturz im Iran musste sie das Land verlassen, der Kunstschatz blieb zurück. 35 Jahre später zeigt der neue Museumsdirektor erstmals eine repräsentative Auswahl der Sammlung, darunter etwa auch einen Akt von Renoir - vor einigen Jahren wohl undenkbar. Es sind vor allem junge Menschen, die in die Ausstellung strömen. Viele wussten gar nicht, dass ihr Land im Besitz derartiger Kunstwerke ist. Ist die Präsentation westlicher Kunst als politisches Signal zu verstehen? Oder geht es hier nur um PR, schließlich hofft der Iran auf Anerkennung seines Atomprogrammes und auf das Ende wirtschaftlicher Sanktionen. Der "Kulturmontag" besuchte die Ausstellung in Teheran und spricht live im Studio mit der iranischen Konzept-Künstlerin Parastou Forouhar. Sie musste nach der Ermordung ihrer Eltern durch das Regime das Land verlassen und lebt heute in Deutschland.

"les.art" (23.20 Uhr)

Präsentator Christian Ankowitsch, der heuer auch (gemeinsam mit Cécile Schortmann) Moderator der 38. Tage der deutschsprachigen Literatur, des sogenannten Ingeborg-Bachmann-Preises, ist, präsentiert die neue Ausgabe des ORF-Literaturmagazins aus dem Architekturhaus Klagenfurt. Überraschungsgast der Juli-Ausgabe ist traditionell der oder die frischgekürte Bachmann-Preisträger/in. Weiters zu Gast ist der Schriftsteller Josef Winkler, der 2009 die Eröffnungsrede zum 33. Ingeborg-Bachmann-Preises hielt und mit seiner heftigen Kritik an den Regierenden der Stadt Klagenfurt und des Landes Kärnten für Aufsehen sorgte. Fünf Jahre danach spricht er über die Veränderungen im Kärntner Kulturbetrieb und über sein neues Buch "Winnetou, Abel und ich".

"Gypsy Spirit: Harri Stojka - Eine Reise" (23.45 Uhr)

Harri Stojka, Rom, Gitarrist und Weltmusikstar aus Wien, reist mit seinem Freund Mosa Sisic nach Rajasthan, Indien. Auf seiner Reise trifft er begnadete Künstler, die dieselbe Sprache sprechen: Musik. Klaus Hundsbichler, der Musikexperte unter den österreichischen Regisseuren, begleitete diese Reise mit der Kamera. Das dabei entstandene, berührende Roadmovie - vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanziert - war der beste österreichische Kinodokumentarfilm 2011 und zeigt eindringlich Stojkas Leidenschaft für die musikalische Tradition der Roma.
Der ORF zeigt den Film anlässlich von Harri Stojkas Auftritt beim "Jazz Fest Wien" am 7. Juli.

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