"Orientierung" am 6. Juli: Traiskirchen überfüllt - Gründe, Verantwortlichkeiten und Lösungsvorschläge

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 6. Juli 2014, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Traiskirchen überfüllt: Gründe, Verantwortlichkeiten und Lösungsvorschläge

"Unzumutbar" - so wird derzeit die Situation in Traiskirchen von Kritikern wie etwa dem Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler beschrieben: Trotz vertraglich fixierter Obergrenze von 480 Personen sind derzeit 1.300 Asylwerber und Asylwerberinnen in der Erstaufnahmestelle untergebracht. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hingegen spricht nach einem Lokalaugenschein im Juni von einer "menschenwürdigen Unterbringung und Betreuung". Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll macht nun Druck und droht mit einem Aufnahmestopp. Und er ruft nicht nur die anderen Bundesländer, sondern auch "kirchliche Stellen" zur "Solidarität" auf.

Im "Orientierung"-Studiogespräch: Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich. Mit ihm spricht Christoph Riedl-Daser u. a. über Gründe für die aktuelle Lage, den Solidaritätsappell an kirchliche Einrichtungen und Vorschläge für eine Reform der Grundversorgung von Asylwerbern und Asylwerberinnen.

Selbsterhaltungsfähigkeit fördern: 25 Jahre Diakonie Flüchtlingsdienst

Suad Ali ist vor sechs Jahren schwanger von Somalia nach Österreich geflohen, gemeinsam mit ihrem Mann. Viel hat sich seitdem in ihrem Leben verändert: Sie hat eine neue Heimat gefunden, in der sie sich sicher fühlt. Und sie absolviert eine Ausbildung zur Kindergruppenbetreuerin. Schon im Herbst, nach ihrer Schlussprüfung, hofft sie, Arbeit zu finden. "Unser Ziel ist, dass die Leute unabhängig von Unterstützungsleistungen ihr Leben organisieren können. Es geht um Selbsterhaltungsfähigkeit und darum, maßgeschneiderte Bildungsbausteine gemeinsam zu erarbeiten", sagt Petra Struber, Leiterin des Integrationsprojekts Quali-Fair Wien, das Suad Ali diese Ausbildung ermöglicht hat. Mit Quali-Fair wollen Diakonie Flüchtlingsdienst, Caritas und BFI Tirol Menschen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, an verschiedenen Standorten in Österreich durch Bildung bei der Verbesserung ihrer beruflichen Situation unterstützen. Am Standort Wien setzt der Diakonie Flüchtlingsdienst, der heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert, einen Schwerpunkt auf Bildungsberatung und -begleitung von Menschen mit Fluchthintergrund.

Caritas August-Sammlung: Hunger ist vermeidbar

Alle zehn Sekunden verhungert ein Kind. Besonders dramatisch ist die Situation im westlichen Afrika. In der Sahelzone herrscht die dritte Hungersnot in sieben Jahren. Zum Beispiel in Ousseinou im äußersten Nordosten des Senegals, wo Flüchtlinge aus Mauretanien leben. Hier hat es in diesen Tagen 50 Grad im Schatten. Ausbleibender Regen und schlechte Ernten verschärfen die ohnehin schon schwierige Lebenssituation der Menschen. Das wenige Vieh ist ausgemergelt. Die Kinder sind stark unterernährt. Ohne Hilfe wären die 20 Familien bereits verhungert. Dass es auch anders geht, zeigt das wenige Fahrstunden entfernte Dorf Korkadié. Hier schafft die Kooperative Corad mit Hilfe der österreichischen Caritas Saatgut an. Das Projekt sorgt auch dafür, dass die Ernte besser gelagert wird. Dadurch verbessert sich die Lage der verarmten Bauern.

Philippinen: Freihandelszone bedroht Lebensgrundlage von Indigenen

"Ich dachte, das ist wohl ein Feuerwerk", sagt Pfarrer Joefran Talaban. Aber es war kein Feuerwerk. Es war eine Schrapnell-Granate. Am 26. Juni 2010 wurde ein Mordanschlag auf Father Joefran, wie ihn die Menschen in seiner Gemeinde nennen, verübt. Auch wenn die Hintergründe bis heute nicht geklärt sind - es steht zu vermuten, dass der Grund für den Anschlag in Joefran Talabans politischem Engagement zu suchen ist. Er ist Sprecher einer Taskforce gegen die Errichtung der "Asia Pacific Economic Zone and Freeport" (APECO) in Casiguran, an der Pazifikküste in der Provinz Aurora auf der philippinischen Insel Luzon gelegen. Auf 13.000 Hektar Land soll eine Freihandelszone mit Industrie, Tourismus und Fischereivorhaben errichtet werden - auf Land, auf dem Indigene und Bauern leben -insgesamt 3.000 Familien. Finanzielle Unterstützung bekommt die Anti-APECO-Taskforce von der österreichischen Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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