Neues Volksblatt: "Ferien! Hurra?" von Markus EBERT

Ausgabe vom 3. Juli 2014

Linz (OTS) - An den Schul-Sommerferien zeigt sich geradezu exemplarisch der gesellschaftliche Wandel. Dereinst brauchte man die neun Wochen, weil man die Kinder als Erntehelfer brauchte. Und auch als die Notwendigkeit landwirtschaftlicher Hilfsarbeit nicht mehr so groß war, stellte die Kinderbetreuung während der neun Wochen Sommerferien in den meisten Fällen kein Problem dar, denn da gab es noch andere Familienstrukturen. Heutzutage ist sowohl das Zusammenleben von mehreren Generationen die Ausnahme als auch der Fall, dass ein Elternteil (sprich zumeist die Mutter) nicht erwerbstätig ist. Im Gegenteil: Berufstätigkeit wird gewünscht und forciert, was gleichzeitig nach umfassender institutioneller Kinderbetreuung verlangt.
Unbestritten ist, dass es dabei gerade im Sommer immer Verbesserungen geben kann. Ebenso unbestritten ist aber auch, dass nicht zuletzt dank vielfachem ehrenamtlichem Engagement das Betreuungsproblem zumindest gelindert wird. Vereine organisieren Ferienvergnügungen der verschiedensten Art und stellen damit unter Beweis, dass nicht alles bis ins Letzte staatlich organisiert werden muss. Wobei auch das an der grundsätzlichen Fragestellung nichts ändert, ob neun Wochen Sommerferien zu viel sind. Möglicherweise könnte die Schule an Qualität gewinnen, wenn die Lehrinhalte in ein zeitlich weniger enges Korsett gepresst werden müssten.

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