68. Generalversammlung der LGV-Frischgemüse: Stabiles Jahr 2013 wird überschattet von negativen aktuellen Entwicklungen

Wien (OTS/LGV-Frischgemüse) - Am 30. Juni 2014 fand die 68. ordentliche Generalversammlung der LGV-Frischgemüse, Österreichs größtem Gemüseproduzenten, in der Zentrale in Wien Simmering statt. Die Gärtner nahmen einstimmig den Jahresabschluss und Revisionsbericht an und beschlossen einstimmig die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrates für das Jahr 2013. Sorgenvoll blickten jedoch die LGV-Organe und -Mitglieder auf die Entwicklungen des heurigen Jahres: Aufgrund negativer Konsumentwicklungen und überdurchschnittlich viel ausländischer Ware im Handel bleiben die Umsätze 2014 hinter den Erwartungen.
Als Gäste konnten der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreichs und Niederösterreichs, Hermann Schultes, als auch der Landwirtschaftskammer Wiens, Franz Windisch, begrüßt werden, die ihre Unterstützung für die Gärtner zum Ausdruck brachten.

2013: Stabile Umsätze und Erträge wurden begleitet von Neuinvestitionen

Die vergangene Frischgemüsesaison brachte - trotz des wetterbedingten schwierigen Frühjahrs - stabile Umsätze und Erträge für die Gärtnergenossenschaft LGV. 1,2 Millionen Euro Investitionsvolumen flossen in die neue Convenience-Halle in Raasdorf, in der hochwertigste Frischsalate verarbeitet werden. Der Raiffeisen-Revisionsverband Niederösterreich-Wien als zuständiger Revisionsverband empfahl der Genossenschaft eine weitergehende Diversifikation hinsichtlich Produkten und Vertriebskanälen. "Dies gelang uns 2013 über Großhändler, wo wir unsere Umsätze um 3,4 Prozent ausweiten konnten, sowie vor allem über die neue Convenience-Produktlinie", geht Mag. Gerald König, Allein-vorstand der LGV, ins Detail, "Im Einzelhandel ist eine weitere Diversifikation nicht mög-lich, da die drei großen Player 85 Prozent des Marktes abdecken."

Aktuelle Saison bringt Existenzdruck für heimische Gärtner

Der Rückblick auf das erste Halbjahr 2014 gibt für die LGV-Mitglieder Anlass zur Sorge. "Bedingt durch den milden Winter in ganz Europa war ausländisches Gemüse bis Ende April hinein in den österreichischen Handelsregalen - üblicherweise wird bereits ab März größtenteils heimische Ware angeboten, wie sie ja auch heuer verfügbar war. Bleibt die Abnahme durch den Handel aus, hat dies zur Folge, dass das regional produzierte Gemüse zu einem weit niedrigeren Preis exportiert werden muss. Die LGV-Umsätze liegen zur Saisonmitte bereits 6 Prozent hinter den Erwartungen," beschreibt Robert Fitzthum, Vor-sitzender des LGV-Aufsichtsrats die aktuelle Situation.

Fitzthum: "Versorgungssicherheit mit regionalen Produkten kippt"

KD Robert Fitzthum, Vorsitzender des LGV-Aufsichtsrates, verurteilt diese Entwicklung: "Unsere Handelspartner fordern möglichst früh regionales und saisonal produziertes Gemüse und werben auch damit beim Konsumenten. Wenn dann in der Realität ausländisches Gemüse im Regal liegt, steht die Glaubwürdigkeit dieser Konzepte am Prüfstand. Fitzthum fordert daher Regelungen für regionale Lebensmittel hinsichtlich Werbung, Platzierung im Regal und Kennzeichnung sowie Transparenz und Partnerschaft über die ganze Wertschöpfungskette hinweg. "Wenn es so weitergeht, steht die Versorgungssicherheit mit regionalen Produkten auf der Kippe."

Mag. Gerald König ergänzt noch einen zweiten Faktor: "Der Gemüse-und Obstkonsum geht seit einigen Monaten zurück, sei dies aufgrund der häufigen Krisenmeldungen oder der steigenden Arbeitslosigkeit. Dies trifft sowohl uns, als auch den Handel. Bei Fruchtgemüse -Paradeiser, Paprika, Gurken - haben wir heuer einen Rückgang von 4 Prozent zu verschmerzen." Stabilisierend wirkt sich im Handel jedoch der gute Markenaufbau im Hause LGV aus. "Mittlerweile ist LGV-Frischgemüse der einzige österreichische Anbieter, der im Gemüseregal noch gut sichtbar ist", so König. Die Produkte der Premiumlinie sind weniger von Schwankungen betroffen und auch die neuen Convenience-Produkte reüssieren. "Was wir jedoch auch bei unserer Premiumlinie merken - die Konkurrenz schläft nicht, Nachahmer sind sehr schnell am Markt", ergänzt Fitzthum.

Die schwierige Situation führt zu intensiven Beratungen innerhalb der Genossenschaft, um Antworten auf allen Ebenen zu finden und umzusetzen. Zum Abschluss sagt der Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammer, Hermann Schultes, den Gärtnern noch Unterstützung und die Wahrnehmung des Interessensvertretungsauftrags zu.

Über LGV-Frischgemüse:

LGV-Frischgemüse ist Österreichs größter Frischgemüseproduzent. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen wurde bereits im Jahr 1946 unter dem Namen "Landwirtschaftliche Gemüse- und Obstverwertungsgesellschaft für Wien und Umgebung" gegründet und vereint 109 Gärtnerfamilien aus Wien und Niederösterreich.
Die LGV-Gemüsegärtner bieten während der heimischen Saison von Februar bis November viele verschiedene frische Gemüsesorten an, von Melanzani über Paradeiser, Paprika und Gurken bis Brokkoli oder Vogerlsalat.

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