• 01.07.2014, 08:34:04
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SOS Mitmensch: Parteiübergreifendes Ja zu Türkisch als Maturafach

Rasche Umsetzung durch Bildungsministerin notwendig

Utl.: Rasche Umsetzung durch Bildungsministerin notwendig =

Wien (OTS) - Nach dem Vorstoß der Wiener ÖVP-Bildungssprecherin
Isabella Leeb, äußern sich jetzt auch der Wiener Bildungsstadtrat
Christian Oxonitsch (SPÖ), die oberösterreichische
Bildungslandesrätin Doris Hummer (ÖVP), der Kärntner Landeshauptmann
und Landesschulratspräsident Peter Kaiser (SPÖ), die
Landesschulratespräsidentin für Steiermark Elisabeth Meixner (ÖVP)
sowie der Landesschulrat für Salzburg in Schreiben an SOS Mitmensch
positiv zur Einführung von Türkisch als Sprachenmaturafach. Auch von
der Bildungssprecherin des ÖVP-Parlamentsklubs, Brigitte Jank, kommt
ein deutliches Ja. SOS Mitmensch begrüßt den parteiübergreifenden
Konsens innerhalb der Regierungsfraktionen und fordert
Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek zum raschen Handeln auf.

Jank: Chancen am Arbeitsmarkt steigern

"Österreichs Wirtschaft ist stark exportorientiert, unsere Betriebe
erwirtschaften etwa die Hälfte des BIP auf ausländischen Märkten.
Fremdsprachenkenntnisse und das Wissen um andere Kulturen haben dabei
wesentlichen Einfluss auf den Geschäftserfolg der Betriebe und
steigern zudem die Chancen am Arbeitsmarkt für den Einzelnen", so
ÖVP-Bildungssprecherin Jank in ihrem Schreiben an SOS Mitmensch. Und
Jank fügt hinzu: "Selbstverständlich unterstütze ich die Möglichkeit
Türkisch als Fremdsprache und in weiterer Folge als Maturafach im
Regelunterricht anzubieten."

Oxonitsch: Förderung von Mehrsprachigkeit

Der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch betont in seinem
Schreiben an SOS Mitmensch, dass er "die Förderung von
Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt befürwortet". "Neben den so
genannten großen "internationalen Sprachen" wie Englisch,
Französisch, Italienisch, die als große Ressource angesehen werden,
gilt das selbstverständlich auch für Türkisch. Die Einführung eines
dementsprechenden Lehramtsstudiums wäre ein wichtiger und notwendiger
Schritt", so Oxonitsch.

Hummer: Nachhaltige Integration

Die oberösterreichische Bildungslandesrätin Doris Hummer erklärt in
ihrem Schreiben, dass sie der Idee der Einrichtung eines Maturafachs
Türkisch "sehr offen gegenübersteht", wobei es dabei "den jeweiligen
Standort zu prüfen gilt". Hummer betont die große Bedeutung einer
"nachhaltigen Integration". "Die Einrichtung eines Lehramtsstudiums
für Türkisch als zweite lebende Fremdsprache würde wohl auch den
Zugang zum Berufsbild der/s Pädagogen für Personen mit migrantischem
Hintergrund erleichtern", so Hummer.

Kaiser: Erweiterung der Maturafächer ernsthaft prüfen

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser fordert in seinem
Schreiben, dass "dort wo der Bedarf besteht und die damit verbundenen
Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen, eine Erweiterung der
Maturafächer ernsthaft zu prüfen ist. Das gilt für Türkisch ebenso
wie für Russisch, Serbisch, Altgriechisch, Latein. Wenn ein
Maturafach Türkisch angeboten werden soll, dann ist die Einrichtung
eines entsprechenden Lehramtsstudiums im Zuge der der neuen
LehrerInnenausbildung die logische Voraussetzung."

Meixner: Grazer Uni bereit für Lehramtsstudium Türkisch

Die Präsidentin des Landesschulrates für Steiermark Elisabeth Meixner
betont, dass die Grazer Uni, in Absprache mit der steirischen
Landesregierung, bereit sei, Türkisch als Studienfach für angehende
LehrerInnen zu installieren. "Der Ball liegt bei der Ministerin", so
Meixner, die auch betont, dass "alle SchülerInnen mit
Migrationshintergrund selbstverständlich Deutschunterricht erhalten
müssen. Unsere steirischen SchülerInnen maturieren allerdings neben
Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Griechisch und Latein
bereits in den Fächern Slowenisch, Kroatisch, Russisch, Chinesisch
und Japanisch. Grundvoraussetzung ist die Wahlmöglichkeit, wenn die
entsprechende Nachfrage besteht. Die hohe Zahl Türkisch sprechender
Kinder in unseren Städten ist ein klares Signal, dass Maßnahmen
gesetzt werden müssen."

Schrodt: Beschämend, dass Türkisch nicht längst maturabel

Auch die überparteiliche Bildungsinitiative "BildungGrenzenlos"
spricht sich in einem Schreiben an SOS Mitmensch für die Einführung
von Türkisch als Maturafach aus: "Türkisch ist die zweitstärkste
Migrantensprache in Österreich. Die derzeit laufende Diskussion
wertet diese Sprache gegenüber anderen Fremdsprachen ab und
signalisiert den jungen türkischsprachigen Österreicherinnen und
Österreichern, dass ihre Sprache weniger Wert ist. Dass es die
Diskussion überhaupt gibt und Türkisch nicht schon längst maturabel
ist, ist beschämend. Abgesehen davon stellt Mehrsprachigkeit einen
unschätzbaren Wert dar, den es in jeder Hinsicht zu befördern gilt.
Schließlich ist Österreich ein wichtiger Handelspartner der Türkei
und wir brauchen allein auch aus diesem Grund junge Menschen mit
guten Kenntnissen der Bildungssprache Türkisch", betont Heidi
Schrodt, Vorsitzende der Initiative "BildungGrenzenlos".

Keine weitere Verzögerung

SOS Mitmensch fordert Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek
dazu auf, den parteiübergreifenden Konsens zu nutzen, um rasch zu
handeln. "Es gilt Türkisch umgehend in den Lehrplan für lebende
Fremdsprachen aufzunehmen und raschestmöglich ein Lehramtsstudium
Türkisch an einer österreichischen Universität einzurichten. Die
Universität Graz steht dafür offenbar längst bereit. Nach Jahren des
Hinhaltens, gibt es jetzt keinerlei Rechtfertigung mehr für weitere
Verzögerungen", betont SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak.

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