Grüne BildungssprecherInnen:Sc hulautonomie statt ewiges Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern

Intensive Tagung der Grünen aus Bund und Ländern endet mit einem gemeinsamen Forderungskatalog

Wien (OTS) - "Österreich ist dabei, die Zukunft unserer Kinder zu verspielen", resümiert NR-Abgeordneter Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, die Ergebnisse der Analysen anlässlich eines bundesweiten Treffens der Grünen BildungssprecherInnen aus allen Bundesländern in Wien: "Wir sind im Bildungsbereich mit vielen Baustellen konfrontiert, es besteht dringender Handlungsbedarf. Lösungsansätze sind derzeit aber nicht in Sicht!" Die Grünen waren sich einig, dass die größte Verunsicherung derzeit in den angekündigten Sparmaßnahmen besteht und niemand weiß, wo es weniger Geld geben wird: "Derzeit blockieren sich Bund und Länder gegenseitig, einen sinnvollen Ausweg sehen die Grünen in einer weitgehenden Schulautonomie."

"Fast jedes Genehmigungsverfahren wird derzeit zu einem bürokratischen Spießrutenlauf, etwa für eine alternative Leistungsbeurteilung", ergänzt Gottfried Hirz, Grüner Klubobmann im oberösterreichischem Landtag. Einig waren sich alle darin, dass die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule (NMS) eine Fehlentwicklung war. Der Tiroler Abgeordnete Ahmet Demir fasst zusammen: "Teamteaching findet in der Realität bei weitem nicht flächendeckend statt und fällt zunehmend den Einsparungsmaßnahmen zum Opfer. Ein Ausweg kann nur die Gemeinsame Schule aller 6- bis 14-jährigen Kinder sein."

Weitere Baustellen orteten die LAbg. Martina Wurzer aus Wien und Simon Hofbauer aus Salzburg in der schleppenden Vorbereitungen der modularen Oberstufe: "Es drohen ähnliche Pannen wie bei der Einführung der Zentralmatura!" Probleme sehen sie auch in der ungleichen und ungerechten Praxis bei der Förderung von Privatschulen, der Rücknahme der Versprechungen eines massiven Ausbaus ganztägiger Schulformen und dergleichen.

Diese Themenbereiche werden in den kommenden Monate ebenso Schwerpunkte der Grünen Bildungsarbeit auf Bundes- wie auf Landesebene sein wie eine Neuregelung der Ferienordnung, Initiativen zur Sprachförderung oder die Einführung von Sprachzertifikaten für Lehrkräfte mit migrantischem Hintergrund, versichert die LAbg. Katharina Wiesflecker aus Vorarlberg. Emmerich Weiderbauer aus Niederösterreich betont die Bedeutung der Ausbildung für Interkulturelle MitarbeiterInnen für Volksschulen in NÖ und für Regina Petrik sind im Burgenland insbesondere die Berufsschulen im Fokus der bildungspolitischen Arbeit.

Insgesamt sieht Zalka Kuchling aus Kärnten die Befürchtungen der Grünen ebenso bestätigt wie Ingrid Lechner-Sonneck aus der Steiermark: Die Situation in den Ländern wird zunehmend untragbar, die Sparmaßnahmen sind schon längst in den Schulen angekommen, notwendige Maßnahmen und Reformen ließen auf sich warten. "Es herrscht ein Klima der Verunsicherung, das Kompentenzgerangel zwischen Ländern und Bund verstärkt dies. "Einen Ausweg aus dieser Sackgasse sehen wir neben dem Ausbau der Schulautonomie in einer indexbasierten Mittelzuteilung an die Schulen", fasst Walser die Ergebnisse der Tagung zusammen.

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