Spindelegger im "trend": "Die wirklich Reichen über Spenden einbinden"

Vizekanzler Michael Spindelegger will die mangelnde Spendierlaune der Eliten durch steuerliche Anreize und die Einrichtung eines "Österreichfonds" heben.

Wien (OTS) - Finanzminister Michael Spindelegger bleibt seiner eigenen Linie, Vermögende zur Kasse zu bitten. Er will, dass mehr gespendet wird. "Ich will den Mittelstand mit Reformen entlasten, den Staat kleiner machen. Und die wirklich Reichen zusätzlich über freiwillige Spenden stärker einbinden. Das muss eine eigene Kultur in Österreich werden", fordert er im Gespräch mit dem Montag erscheinenden Wirtschaftsmagzin "trend",
Er ist enttäuscht über die Reaktionen auf seinen viel zitierten, an ausgewählte Wohlhabende des Landes gerichteten Brief: "Alle halten die Abgabenlast für zu hoch. Aber die Bereitschaft, in den von mir genannten Sektoren zu spenden, die habe ich auch bei keinem Einzigen erkannt. Das ist schade", klagt der Vizekanzler.

Auf die Frage, wie er denn die Reichen zu mehr Spenden animieren wolle, antwortet der Finanzminister: "Indem man mit ihnen redet und ihnen konkrete Projekte anbietet." Er könne sich "steuerliche Attraktivierung vorstellen" und habe konkret den Dialog mit den Stiftungen bereits begonnen: "Dort liegt ein gehöriger Teil des Vermögens. Ich will sie mit steuerlichen Anreizen dazu bringen, einen Teil dessen, was sie erwirtschaftet haben, für diese Zwecke zur Verfügung zu stellen."
Positive Reaktionen gebe es bislang allerdings noch nicht: "Ich höre immer als Antwort: Ich gebe mein Geld nicht dafür her, um Frühpensionen zu finanzieren", sagt Spindelegger im "trend". Und verspricht, "diese Sorge zu nehmen, indem wir die Spendenmittel in einen Österreichfonds einfließen lassen und damit konkret definierte Zukunftsprojekte finanzieren. Man kann auch Privatisierungserlöse dort hineinlegen."

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