"Kulturmontag" am 30. Juni: Paparazzi im Fokus, Google am Prüfstand und Habsburger mit Sammellust

Weiters: Doku "Google - Netzwerk der Macht", Michael Jacksons "This Is It"

Wien (OTS) - Einen abwechslungsreichen "Kulturmontag" zwischen Vergangenheit und Zukunft präsentiert Martin Traxl am 30. Juni 2014 ab 22.30 Uhr in ORF 2: So unternimmt die Sendung anlässlich einer laufenden Schau im Kunsthistorischen Museum eine Reise nach Flandern zum Kunstzentrum der ehemaligen Habsburger, thematisiert das Phänomen der Paparrazi-Fotografie anlässlich einer Ausstellung in Frankfurt und hinterfragt den enormen Datendurst des US-Riesen Google, der trotz zunehmenden Widerstands unverdrossen an der Umsetzung seiner Vision des rundum vernetzten wie transparenten Menschen arbeitet. Passend dazu: die auf das Magazin folgende Dokumentation "Google -Netzwerk der Macht". Im Anschluss an den "Kulturmontag" bringt ORF 2 zum fünften Todestag von Michael Jackson um 0.00 Uhr den Konzertfilm "This Is It" von Kenny Ortega, der den "King of Pop" in seinen letzten Lebenstagen während der Vorbereitungen zu der gleichnamigen gigantischen Konzertserie zeigt.

Details zu den Magazinbeiträgen:

Die Faszination der Paparrazi-Fotografie: Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Gestern hat in Frankfurt am Main die bislang umfassendste Schau zum Thema Paparazzi-Fotografie in Deutschland eröffnet: In der Schirn Kunsthalle sind unter dem Motto "Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler" rund 600 Arbeiten und Dokumente ausgestellt, die dem Phänomen der Starfotografie, ihrer Faszination und auch ihrem ästhetischen Wert nachspüren. Urvater aller Paparazzi ist der New Yorker Ron Galella. Sein Schwarzweißfoto einer windgezausten Jackie Kennedy, auf deren Gesicht sich der Anflug eines Lächelns abzeichnet, wird als moderne Mona Lisa bezeichnet. Andy Warhol und Helmut Newton verehrten Galella, Kennedy verklagte ihn und Marlon Brando verprügelte ihn. Was aber macht die enorme Sogwirkung der Paparazzi-Fotografie aus, dass sich ihr selbst Qualitätszeitungen oft nicht mehr verweigern? Tragen sie zur Demokratisierung oder zur "Trashisierung" der Medien bei? Der "Kulturmontag" befragt dazu Ron Galella, den Medienpsychologen Jo Groebel und die österreichische Künstlergruppe G.R.A.M.

Der Kunstschatz der Habsburger: Eine Reise nach Flandern anlässlich der KHM-Schau

Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich, Statthalter der spanischen Niederlande, war nicht nur Herrscher, Bischof und Kriegsherr, sondern vor allem auch Kunstmäzen: Er kaufte Meisterwerke von Tizian, Raffael und Rubens in großem Stil. Mit ihm stieg das Habsburgerreich auch zur Kunst-Weltmacht auf. Seiner Sammellust verdankt das Kunsthistorische Museum einen Gutteil seiner Bestände - "Sammellust" ist folgerichtig der Titel einer kürzlich eröffneten opulenten Schau, die der "Kulturmontag" zum Anlass einer Kunstreise nach Flandern, nach Brüssel, Brügge und Mechelen nimmt. Denn schon lange vor Leopold Wilhelm hat Margarete von Österreich, ebenfalls Statthalterin der habsburgischen Niederlande, Bedeutendes gesammelt. Ihre Residenz hatte die "Eiserne Lady der Renaissance" im flämischen Mechelen, das Schauplatz der habsburgischen Machtpolitik war und heute ein Kunstzentrum ist.

Der Datendurst von Google: Vom smarten Leben in einer vernetzten Welt

Unsere Zukunft soll immer smarter und vernetzter werden, unser Alltag zwischen Arbeitsplatz und Freizeit dank High Tech immer programmierbarer, am besten via Smartphone: Eine Utopie zum Greifen nahe, hinter der der US-Riese Google mit seinem Betriebssystem Android steht, das das nahtlose Zusammenspiel unserer High-Tech-Geräte regelt. Doch diese schöne neue Welt erregt immer mehr Skepsis - Marktmacht und Datenhunger des Konzerns stoßen zusehends auf Widerstand. Je vernetzter der Mensch, desto transparenter wird er, umso mehr wird er auch mit Werbung bombardiert. Doch Google arbeitet unverdrossen an seiner Vision weiter, ebenso wie an der "Demokratisierung" des Welt-Wissens: Bücher aus den wichtigsten Bibliotheken und Bilder aus den größten Museen werden eingescannt, unsere Städte geografisch erfasst -Gratis-Dienste, für die wir doch bezahlen müssen: mit unseren Daten. Doch mittlerweile wird das "Recht auf Vergessen" durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gestärkt. Seit kurzem schaltet Google ein Formular frei, mit dem die Löschung von Suchergebnissen beantragt werden kann. Der "Kulturmontag" hinterfragt den vernetzten Menschen, Suchmaschinen und die Suche nach Alternativen.

Ergänzend dazu zeigt der "Kulturmontag" im Anschluss an das Magazin die 2012 entstandene Dokumentation "Google - Netzwerk der Macht" von Ben Lewis, die sich der Google-Buch-Affäre ebenso widmet wie den Themen Datenraub und Datenschutz, Downloads und Urheberrecht sowie Freiheit und Überwachung.

Der "Kulturmontag" ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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