Gesellschaftlicher Skandal Jugendarbeitslosigkeit: AK fordert Maßnahmen für 10.251 junge Oberösterreicher/-innen

Linz (OTS) - Im Mai 2014 waren in Oberösterreich 10.251 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren entweder arbeitslos (5333), in Schulung (4478) oder auf der Suche nach einer Lehrstelle (440). AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert ein vehementeres Gegensteuern durch konjunkturbelebende Maßnahmen sowie Investitionen in den Ausbau von Bildungs- und Kinderbetreuungsinfrastruktur.

Nach wie vor 10.251 arbeitslose Jugendliche in Oberösterreich, obwohl die jüngeren Jahrgänge zurück gehen: "Die derzeitige Entwicklung hat dramatische Folgen für die Betroffenen, für die Wirtschaft und für die Gesellschaft an sich", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Jugendarbeitslosigkeit führt zu geringerer Lebenszufriedenheit, schlechterer Gesundheit und geringerem Einkommen in der Zukunft. Wer schon in jungen Jahren arbeitslos ist, hat ein größeres Risiko, auch im Haupterwerbsalter häufiger keinen Job zu haben. So zeigt beispielsweise eine Studie für Deutschland, dass im Median ein Tag an Jugendarbeitslosigkeit zu 0,96 Tagen Arbeitslosigkeit in der Zukunft führt.

Seit Jahren ist bekannt, dass Jugendliche mit geringer Bildung bzw. Qualifikation ein besonders hohes Risiko, arbeitslos zu werden, haben. Aber an diesem Grundproblem ändert sich objektiv nichts. Rund die Hälfte aller arbeitslosen Jugendlichen (44,7 Prozent) verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss. Bei den Schulungsteilnehmern/-innen liegt der Anteil bei 71,4 Prozent.

Zwei Drittel aller arbeitslosen Jugendlichen sind zwischen 20 und 24 Jahre alt. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher eine Ausweitung der Ausbildungsgarantie bis zum Alter von 24 Jahren. Ähnlich wie für Jugendliche bis 18 Jahre soll es auch für diese Altersgruppe ausreichend Ausbildungsangebote und überbetriebliche Lehrwerkstätten geben. Damit diese zweite Ausbildungschance attraktiver ist als kurzfristig eine Hilfstätigkeit anzunehmen, sollte die Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes von derzeit rund 600 Euro im Monat auf ein altersadäquates Niveau - ähnlich wie beim Fachkräftestipendium - von 816 Euro angehoben werden.

Auf der anderen Seite müssen aber auch die Betriebe mehr Verantwortung übernehmen, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer:
Sie müssen Jugendlichen mit geringer Bildung oder mit gesundheitlichen Einschränkungen eine Chance geben und sie besser unterstützen. Um hierfür Anreize zu schaffen, muss die Lehrstellenförderung gezielter und effizienter eingesetzt werden. Nicht zuletzt muss die Lehre einer permanenten Qualitätssicherung unterzogen werden, damit weniger Jugendliche bei der Abschlussprüfung durchfallen.

Das zentrale Problem auf dem Arbeitsmarkt ist aber generell die Knappheit an Arbeitsplätzen aufgrund der schwachen Konjunktur. Wenn es gelingt, durch ein Konjunkturprogramm neue Arbeitsplätze zu schaffen, haben vor allem Jugendliche wieder mehr Chancen, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Daher sind umfassende Investitionsprogramme zur Ankurbelung der Konjunktur notwendig -neben dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere im öffentlichen Verkehr, und einem sozialen Wohnbauprogramm ist insbesondere der Ausbau von Bildungs- und Kinderbetreuungsinfrastruktur besonders sinnvoll. "Dadurch verbessert sich nicht nur die Betreuungssituation, es entstehen auch neue Arbeitsplätze und die öffentlichen Investitionen rechnen sich für den Staat innerhalb von vier Jahren", erklärt Kalliauer. Der Effekt ist ein Doppelter: Mehr Arbeitsplätze durch Investitionen und eine verbesserte Ausbildungssituation für Kinder und Jugendliche.

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