Ärztekammertag: Spitäler: Land Niederösterreich fällt Ärzteschaft in den Rücken (3)

ÖÄK-Vize Mayer: Sobotka-Antrag ist Schlag ins Gesicht - Ärzte wehren sich gegen Verschlechterungen

Loipersdorf (OTS) - Als "Ungeheuerlichkeit" bezeichnet der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer einen Antrag des Landes Niederösterreich, das derzeit gültige Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) im Zuge der Novellierung zu verschlechtern sowie um Maßnahmen zu ergänzen, die im krassen Widerspruch zu den Anforderungen der Realität und des Arbeitnehmerschutzes stünden. Werde dem Antrag stattgegeben, dann würde das massive Verschlechterungen für die Spitalsärzte nach sich ziehen und den Ärztemangel weiter verschärfen, warnte Mayer am Donnerstag im Rahmen des 129. Ärztekammertages in Loipersdorf.

"Das Land Niederösterreich fällt uns in den Rücken und versucht, Benachteiligungen für die Ärzteschaft durchzusetzen, die wir ganz klar abgelehnt haben", sagte Mayer. Eine weitere Erstreckung der Übergangsbestimmung komme nicht in Frage. Zusätzlich sei die vorgeschlagene Ausdehnung der Kernarbeitszeiten im Rahmen des Turnus und die Forderung, Turnusärzte fächerübergreifend einsetzen zu können, ein Schlag ins Gesicht der ohnehin schon ausgebeuteten Jungärzte, empörte sich der Kurienobmann. Mayer: "Wir arbeiten seit Jahren daran, die Bedingungen für unsere jungen Kolleginnen und Kollegen zu verbessern. Die Umsetzung dieses Antrags wäre ein Rückschritt und ist nicht zumutbar. Sie wird dazu führen, dass noch mehr junge Ärztinnen und Ärzte unser Land verlassen."

Auch der Umstand, dass das Land Niederösterreich ärztliche Tätigkeiten hin zu anderen Gesundheitsberufen verlagern wolle, sei inakzeptabel. Die als Argument ins Feld geführte Entlastung der Ärzte sei lediglich ein Vorwand, um auf dem Rücken der Patienten Kosten zu sparen. "Wir beschweren uns sicher nicht darüber, wenn Tätigkeiten, die ohnehin in den Bereich der Pflege fallen, von dieser übernommen werden ", so der Kurienobmann. Derzeit nehme das Pflegepersonal ja nicht einmal alle Aufgaben wahr, die im Berufsbild verankert seien.

Unterm Strich bedeute der von Wolfgang Sobotka eingebrachte Antrag die fortgesetzte Ausbeutung der ärztlichen Arbeitskraft. "Wir werden dies sicher nicht mittragen, sondern uns wehren", betonte Mayer abschließend. (slv)

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