ÖAW-Präsident Zeilinger vor Wirtschaftsparlament: "Wirklich große Durchbrüche bei Innovationen nicht vorhersehbar"

Wissenschaft und Forschung sollen anwendungsoffen sein - "Wettbewerb belebt auch hier das Geschäft" - Verstärkte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft angestrebt

Wien (OTS/PWK442) - "Wirklich große Durchbrüche sind nicht vorhersehbar", hielt Prof. Anton Zeilinger, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), in seinem Festvortrag bei der Sitzung des Wirtschaftsparlaments der Wirtschaftskammer Österreich zum Thema "Wissenschaft und Forschung für den Standort Österreich" fest. Das Wirtschaftsparlament, höchstes Gremium der WKÖ, tagt heute, Donnerstag, im Haus der österreichischen Wirtschaft in Wien.

So habe es etwa bei der Entdeckung der Lasertechnologie geheißen:
"Die Erfindung ist eine tolle Lösung - aber für welche Probleme?", schilderte Zeilinger. Wissenschaft und Forschung kommen auch und gerade in Österreich eine hohe Bedeutung zu: "Die Köpfe der jungen Menschen sind eine der wichtigsten Ressourcen unseres Landes." Es sei aber nicht ausreichend, mit den besten Köpfen eines Landes zu arbeiten. "Wir müssen mit den besten Köpfen Europas, ja der Welt, kooperieren".

Aus den genannten Gründen sollten Wissenschaft und Forschung nicht anwendungsorientiert - sondern im Gegenteil anwendungsoffen - , möglich sein und betrieben werden, so der ÖAW-Präsident.

Denn auch in Wissenschaft und Forschung belebt Wettbewerb - "Wer ist besser, wer schneller?" - das Geschäft, so Zeilinger: "Die Leute kommen einfach auf bessere Ideen." Wettbewerb in Wissenschaft und Forschung funktioniere nach denselben Prinzipien wie der internationale Wettbewerb in der Wirtschaft", spannte der ÖAW-Präsident wieder den Bogen zur Wirtschaft.

Der Anspruch sei, im internationalen Wettbewerb auf höchstem Niveau bestmöglich zu bestehen. Aber es sei sehr wohl beides machbar, nämlich Zusammenarbeit und Wettbewerb: "Europa - damit auch Österreich - hat gelernt, dass man beides haben kann - Kooperation und Konkurrenz", hielt Zeilinger fest.

Zwar sei Österreich klein, für manches Forschungsvorhaben zu klein. Gut aufgestellt und geschickt sei man in unserem Land jedoch beim Heranholen europäischer Mittel aus europäische Projekten und Netzwerken:

Als Wunsch formulierte der Wissenschafter, dass jede Forschung auch der Begutachtung nach den Gesichtspunkten "Qualität" sowie "Ergebnis" standhalten müsse.

Und Zeilinger führte vor den Delegierten zum Wirtschaftsparlament auch aus, dass eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft angestrebt wird. Das sei der Wunsch und die Bestrebung beider Seiten und daran werde aktuell bereits verstärkt gearbeitet. (JR)

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