ASFINAG: Ablenkung als Unfallursache Nummer 1 - Selbstdisziplin und "humane" Technik können gegenlenken

GSV-Experten-Gruppe bestätigt: ASFINAG-Kampagne gegen Ablenkung ist wichtiger Schritt

Wien (OTS) - "Mobilität muss sicher sein", mit diesen Worten eröffnete gestern Abend DI Mario ROHRACHER, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV) in der Wiener Industriellenvereinigung die hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zum Thema Unfallursache Nr. 1 Ablenkung - was tun? Sind die Gründe für Ablenkung auch vielseitig, so zeigen Studien doch ganz klar: Das Hantieren mit dem Handy oder dem Navigationsgerät steht ganz oben auf der Ablenkungsliste. Die zentrale Frage lautete daher: Ist die hohe technische Ausstattung die Hauptursache für Ablenkung? Und dabei stimmten Dr. Klaus SCHIERHACKL, ASFINAG Vorstand, Dr. Othmar THANN, Geschäftsführer Kuratorium für Verkehrssicherheit, MMag Bernhard WIESINGER, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung und Thomas STOTTAN, Geschäftsführer AUDIO MOBIL überein: Um bei Ablenkungsunfällen gegenzusteuern, hilft nur die Bewusstseinsbildung, dass Autofahren ein "Fulltime-Job" ist und die Vereinfachung von technischen Einrichtungen im Auto.

Das Handy als Sinnbild für den "neuen" Beifahrer

Vor allem bei beruflichen Fahrten sind die Fahrer meistens alleine im Auto - das Handy ist die einzige Kommunikationsmöglichkeit. Alleine Fahren bedeutet daher all zu oft, dass Rückrufe erfolgen oder geschäftliche Punkte in der vermeintlichen Ruhe der Autofahrt erledigt werden. Und hier liegt laut Klaus SCHIERHACKL ein extrem hohes Ablenkungspotenzial: "Handys bergen die Gefahr, dass unerwartete Infos oder News reinkommen, mit denen der Fahrer nicht gerechnet hat. Das bedeutet, von einer Sekunde auf die andere ist die Konzentration vom Autofahren abgelenkt. Die Kernaussage unserer Kampagne lautet daher: Hände am Lenkrad, Augen auf die Straße und den Kopf bei der Sache."

Auf die Anwendung kommt es an - "humane" Technik ist wichtig

Die heute noch gängige Art eine Telefonnummer im Auto anzuwählen, ist das Betätigen von Tasten oder Drehknöpfen. Für Othmar THANN ist daher eines ganz klar: "Das Handling ohne Sprachsteuerung ist höchst ablenkend." Die bewusstseinsbildende Kampagne der ASFINAG sieht THANN als sehr guten Schritt in die richtige Richtung. "Jeder, der sich zur Verkehrssicherheit bekennt, ist eingeladen die Problematik Ablenkung zu thematisieren."

Hohe Strafen als Allheilmittel?

Telefonieren im Auto ohne Freisprecheinrichtung ist für jedermann erkennbar. Das Hantieren am Navi oder das Suchen von Musiksendern dagegen wird von außen kaum wahrgenommen. Das Bedeutet, der "Tatbestand" der Ablenkung ist nicht deutlich sichtbar und damit nicht einwandfrei zu ahnden. Bernhard WIESINGER ergänzt dazu:
"Strafen greifen außerdem das Übel nicht bei der Wurzel an, Bewusstseinsbildung ist das einzige, das hier wirklich wirkt." Und auch WIESINGER bestätigt die Wichtigkeit der ASFINAG-Kampagne:
"Unfälle wegen Ablenkung sind auch international Thema. Diese bewusstseinsbildende Kampagne ist ein gutes Vorbild, das ausgerollt gehört."

"Always ON" lautet der Technik-Trend

Das die Möglichkeiten der technischen Einrichtungen im Auto noch lange nicht ausgeschöpft sind, das zeigte das Impulsreferat von Thomas STOTTAN von Audio Mobil: Fanden sich 1983 in einem Durchschnitts-Pkw noch sieben elektronische Funktionen, so waren es 2010 bereits 38 Funktionen. "Die technischen Entwicklungen gehen voran und die Erkenntnisse daraus helfen dabei, die Bedienbarkeit laufend zu verbessern. Damit können viele Features automatisiert werden", ist STOTTAN überzeugt.

Gegen Ablenkung: Das macht die ASFINAG

Die ASFINAG hat jetzt eine Info-Offensive gestartet, um auf die Gefahren von Ablenkung generell aufmerksam zu machen. 180 Plakate, 34 Inserate und 135 Radio-Spots sowie ein Online-Schwerpunkt werden Ablenkung am Steuer thematisieren.

1. Erledigen Sie alles, was nicht zum "reinen Fahren" gehört, vorher oder nachher

Egal ob Trinken, Essen, Rauchen, Einstellen des Navis, ein Telefonat oder der letzte Check der Mails - nehmen Sie sich vor oder nach der Fahrt Zeit dafür. Oder machen Sie eine Pause.

2. Elektronische Geräte nach Möglichkeit nicht bedienen

Gleich ob Nutzung des Mobiltelefons oder die Suche nach einem anderen Radiosender - die Beschäftigung mit elektronischen Geräten dauert länger als nur diese eine vermutete Sekunde. Sender einstellen oder Wunsch-CD einlegen - denken Sie vor der Fahrt daran.

3. Fahren ist eine Hauptbeschäftigung

Gespräche mit Mitfahrenden, SMS-Schreiben, Mails lesen, einen Telefonkontakt oder den Notizzettel am Beifahrersitz suchen - das alles lenkt mehr ab als man glaubt. Autofahren erfordert Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Das gilt auch für Reize außerhalb des Fahrzeugs - die schöne Umgebung, der Gegenverkehr etc. sollten nicht vom Ziel ablenken. Und das lautet: sicher von A nach B zu gelangen.

4. Gegenstände griffbereit hinlegen

Gegenstände, die Sie während einer Fahrt dringend benötigen könnten, wie etwa eine Sonnenbrille, auf einen bestimmten Platz legen, um "blind" darauf zugreifen zu können. Alles andere wie Zeitschriften, Unterlagen, Trinkflaschen etc. gehört in den Kofferraum oder im Fahrgastraum sicher verstaut und nicht auf den Beifahrersitz, damit es bei einem Bremsmanöver nicht vom Beifahrersitz rutscht - und man dann versucht ist, während der Fahrt etwas aufzuheben.

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Alexandra Vucsina-Valla
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