Grüne - Johann: "Steinadler und Landschaft dürfen der Profitgier nicht geopfert werden"

220-kV-Stromleitung Kronhofgraben würde Energiemasterplan widersprechen

Klagenfurt (OTS) - "Die 220-kV-Leitung Kronhofgraben steht im Widerspruch zum von der Kärntner Landesregierung beschlossenen Energiemasterplan und zu den energiepolitischen Zielen des Landes Kärnten", erklärt LAbg. Michael Johann, der Vorsitzende des Umwelt-und Energieausschusses im Kärntner Landtag zur heutigen UVP-Verhandlung in Kötschach-Mauthen.

"Die 220-kV-Leitung ist energiepolitisch nicht notwendig und dient nur der Profitgier eines italienischen Stahlproduzenten, der aus den Strompreisdifferenzen in Europa Kapital schlagen will", so Johann. Angesichts negativer Stellungnahmen der Amtssachverständigen für Raumplanung, Forst, Naturschutz und Wildökologie erwartet Johann eine Ablehnung des Genehmigungsantrags im UVP-Verfahren.

"Das im Energiemasterplan festgelegte NOVA-Prinzip besagt, dass eine Optimierung des Übertragungsnetzbetriebs, dann eine Verstärkung bestehender Stromleitungen und nur, wenn das nicht ausreicht, der Aus- und Neubau von Leitungen erfolgen soll. Da es nach Italien bestehende Leitungen gibt, für die Verstärkungen vorgesehen sind (Lienz-Sompielago) und andere grenzüberschreitende Leitungen (bei Tarvis) vorhanden sind, die nicht optimal ausgelastet sind, passt der Neubau einer Leitung quer über die Karnischen Alpen nicht in das Konzept", führt der Landtagsabgeordnete aus.

"Kritisch ist das Projekt auch aus Naturschutzsicht, weil der Steinadler im Kronhofgraben einen Horst hat", berichtet Johann, der persönlich im Februar 2014 einen Steinadler am Blaustein beobachten konnte.

"Der Kronhofgraben ist mit seinen Hang- und Schluchtwäldern auch potentielles Natura 2000-Gebiet. Die EU-Kommission erwartet von Österreich im Zuge des anhängigen Vertragsverletzungsverfahrens, dass Gebiete, die die Eignung zu Natura 2000 aufweisen, geschützt werden müssen, auch wenn sie noch nicht der EU-Kommission gemeldet worden sind. Somit wäre das Verschlechterungsverbot für Natura-2000-Gebiete auch auf gegenständliches Projekt im Kronhofgraben anzuwenden", erklärt Johann.

Johann befürchtet auch eine Beeinträchtigung des Schutzwaldes: "Im Bereich der Leitungstrassen dürfen die Bäume eine gewisse Höhe nicht übersteigen. Bäume geringen Durchmessers sind aber nicht geeignet, eine ausreichende Schutzwirkung gegen Steinschlag und Lawinen auszuüben. Überdies erschwert der Leitungsbau eine forstliche Bewirtschaftung mittels Seilkran. Wenn Käferholz nicht rechtzeitig aufgearbeitet wird, könnte durch die Ausbreitung des Borkenkäfers der Schutzwald flächig gefährdet werden."

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