Euthanasieverbot: Bischofskonferenz unterstützt Bürgerinitiative

Bischöfe berieten in Mariazell außerdem über Situation im Irak, Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare und Entwicklungszusammenarbeit

Mariazell, 18.06.14 (KAP) Für eine verfassungsrechtliche Verankerung des Verbots der aktiven Sterbehilfe und gegen ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare haben sich die österreichischen Bischöfe zum Abschluss ihrer dreitägigen Vollversammlung in Mariazell ausgesprochen. In ihren Presseerklärungen fordert die Bischofskonferenz zudem eine massive Aufstockung der Entwicklungshilfe und ruft zu einem "Tag des Gebets und Fastens" am heutigen Mittwoch im Gedenken an die verfolgten Menschen im Irak auf.

Bei der verfassungsrechtlichen Verankerung des Verbots der aktiven Sterbehilfe unterstützen die Bischöfe die aktuelle parlamentarische Bürgerinitiative zu diesem Thema und laden zur Unterzeichnung der Initiative mit der Bezeichnung "An der Hand" ein. Es gelte alle politischen und gesellschaftlichen Bemühungen, die den in Österreich bestehenden breiten Konsens hinsichtlich eines Verbots der aktiven Sterbehilfe und des Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung zu stärken, halten die Bischöfe fest.

Mit Nachdruck sprechen sich die Bischöfe gegen künstliche Befruchtung und ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare aus. "Bei Vater und Mutter aufzuwachsen gibt den Kindern wesentliche Orientierung und ist maßgeblich für die eigene Identität", heißt es in einer weiteren Erklärung. "Wer eine Situation herstellt, wo dem Kind von vorneherein diese Möglichkeit genommen wird, stellt sich gegen das Wohl des Kindes", betonen die Bischöfe. Jedes Kind habe ein Recht auf Vater und Mutter, das so gut wie möglich gewahrt werden müsse.

Kritik üben die Bischöfe an den jüngsten Kürzungen bei den staatlichen Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Die Bischofskonferenz appelliert hier an die Bundesregierung, die EZA massiv zu stärken. Die Kürzungen hätten unmittelbare Auswirkungen auf die Überlebenschancen hunderttausender Frauen, Männer und Kinder auf der Welt und sie beschädigten das internationale Ansehen Österreichs, warnen die Bischöfe.

Mit Blick auf die dramatische Situation der Menschen im Irak hatten die Bischöfe zudem bereits am Dienstag für den 18. Juni zu einem "Tag des Gebets und des Fastens" aufgerufen. Mit "Betroffenheit und dem Gefühl der Ohnmacht" verfolge man das grausame Vorgehen der Terrormiliz ISIS, betonten die Bischöfe und riefen die österreichische Regierung dazu auf, "alle Möglichkeiten innerhalb der Europäischen Union und der Vereinten Nationen zu nutzen, dass die Grundrechte aller Menschen gleich welcher ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit im Irak geachtet werden." Der Friede könne nur bewahrt werden, wenn die internationale Gemeinschaft nachdrücklich auf die Wahrung der Menschenrechte inklusive des Rechts auf Religionsfreiheit für alle Menschen im Irak dränge, so die Bischöfe.

Alle Meldungen zur Vollversammlung und der Wortlaut der aktuellen Erklärungen der Bischofskonferenz unter www.kathpress.at/bischofskonferenz.

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