CARE zum Weltflüchtlingstag: 9,3 Millionen Menschen aus Syrien brauchen humanitäre Hilfe

Wien (OTS) - Die Flüchtlingsströme aus Syrien nehmen kein Ende: Die Zahl der registrierten syrischen Flüchtlinge wird demnächst die drei Millionen überschreiten. Insgesamt sind 9,3 Millionen Menschen in und außerhalb Syriens auf humanitäre Hilfe angewiesen, das ist beinahe die Hälfte der Bevölkerung.

Diese Zahlen müssen ein Weckruf für die internationale Gemeinschaft sein, so Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich: "Die zur Verfügung stehenden Mittel entsprechen in keiner Weise der benötigten Hilfe. Es braucht weit mehr humanitäre Unterstützung für Regionen, aus denen Menschen fliehen."

Schätzungen gehen sogar von insgesamt mehr als vier Millionen geflohenen Menschen aus - nicht alle von ihnen lassen sich registrieren. Damit ist ein Fünftel der syrischen Bevölkerung außerhalb Syriens auf der Flucht. "Jordanien, der Libanon und die anderen Nachbarländer Syriens stoßen an die Grenzen ihrer Kapazitäten", berichtet Andrea Wagner-Hager. Der Libanon mit rund 4,5 Millionen EinwohnerInnen beherbergt 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge - und damit die größte Anzahl syrischer Flüchtlinge weltweit.

Auch humanitäre Organisationen arbeiten angesichts der weltweiten Zunahme von Krisen mit großen Flüchtlingsbewegungen am Rande ihrer Kapazitäten - siehe Südsudan und Zentralafrikanische Republik. Dazu kommt, dass es gerade in städtischen Gebieten in den Nachbarländern Syriens oder in Regionen mit schwacher Infrastruktur wie dem Südsudan enorm schwierig ist, vertriebene Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen.

"Wir erleben aktuell eine kaum überschaubare Anhäufung von komplexen Krisen, die zu großen Fluchtbewegungen führen, darunter den Bürgerkrieg in Syrien, den Konflikt im Südsudan sowie die chronische Nahrungsknappheit und Armut in der Sahelzone", so Wagner-Hager weiter. "Es ist fraglich, ob jene Menschen im Südsudan, die den momentanen Bürgerkrieg überleben, auch den Hunger überstehen werden."

Das Ausmaß der Fluchtbewegungen nach Europa wird weiter zunehmen:
"Wir benötigen ein grundsätzliches politisches Umdenken im Umgang mit Flüchtlingen, ihrer Integration und der Unterstützung ihrer Rückkehr in die Heimat, sobald diese wieder sicher ist", fordert Wagner-Hager. Die EU könne und müsse es sich leisten, Menschen in Not zu helfen -nicht nur in ihren Ursprungsländern, sondern auch wenn sie nach Europa fliehen: "Wir können nicht weiter so tun, als würden uns die Konflikte und die Not in unserer unmittelbaren Nachbarschaft nichts angehen."

"Emergency Syria" - aktuelles Video zur Situation der syrischen Flüchtlinge:
http://www.ots.at/redirect/emergencysyria

CARE bittet um Spenden für die Unterstützung von Flüchtlingen weltweit:
IBAN AT77 6000 0000 0123 6000 BIC OPSKATWW

Rückfragen & Kontakt:

und Fotos: Katharina Katzer, Tel. 01 / 715 0 715-55, katharina.katzer@care.at, www.care.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAO0001