Steigende Arbeitslosigkeit in der Region ist hausgemacht

Baugewerkschaft: Region Liezen braucht Schulterschluss für regionale Vergaben

Schladming (OTS/ÖGB) - Grund für die steigende Arbeitslosigkeit in der Region Liezen sind Dumpingangebote von dubiosen Firmen mit Billigstarbeitskräften aus dem Ausland und verstärkte Arbeitsleistungen durch den Maschinenring. Regionale Firmen mit Eigenpersonal und Lehrlinge haben keine Chance, zu Aufträgen zu kommen. Nur mit Ausschreibungen nach Bestbieterprinzip kann die Arbeitslosigkeit bekämpft und die Wertschöpfung in der Region gehalten werden.

Die allgemeine Arbeitslosigkeit hat sich bundesweit im Vergleich zum Vorjahr um plus 15,5 Prozent verschlechtert - bei der Arbeitslosigkeit am Bau sogar um plus 22,5 Prozent. In der Steiermark gibt es insgesamt um 13,1 Prozent mehr Arbeitssuchende und am Bau plus 26,7 Prozent. Noch schlechter ist es in der Region Liezen. Insgesamt 14,3 Prozent mehr Menschen suchen einen Job. Am Bau sind um bedenkliche 35,2 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr.

Gewerkschaft Bau-Holz Chef Josef Muchitsch: "Die Arbeitslosenzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mittlerweile ist jeder dritte Bauarbeiter in der Region arbeitslos. Große Baufirmen aus dem Raum Salzburg und Graz wickeln verstärkt öffentliche Aufträge mit Subvergaben an ausländische Firmen ab. Zusätzlich drängen der Maschinenring und neue ausländische dubiose Firmen mit Billigstarbeitskräften auf den privaten Markt. Das Stammpersonal und die Lehrlinge aus der Region bleiben auf der Strecke. Gegen diese bedenkliche Entwicklung gibt es aber Lösungen. Öffentliche Aufträge müssen rechtskonform so ausgeschrieben werden, dass regionale Firmen mit ihrem Eigenpersonal eine Chance auf Aufträge haben. Mit unserer Sozialpartner-Initiative 'Faire Vergaben sichern Arbeitsplätze' haben wir ein 6-Punkte-Forderungsprogramm mit sofort realisierbaren Maßnahmen ausgearbeitet. Nun liegt es am Good-Will der ausschreibenden Stellen, rasch zu handeln. Nur dann kann die steigende Arbeitslosigkeit bekämpft werden. Ich vermisse einen Schulterschluss der Verantwortlichen in der Region. Man kann nicht wegschauen, wenn rumänische Firmen mit Briefkastenadresse in Wien Bauvorhaben im Ennstal abwickeln und die Bauherren dafür eine Förderung bekommen."
Thomas Wiedner, zuständiger Baugewerkschafter in der Region, bestätigt dieses düstere Bild: "Die Aufträge und Arbeitsplätze werden weniger. Weitere Kündigungen bzw. ein Aufnahmestopp in der Region wurden uns angekündigt. Regionale Firmen kürzen freiwillige Überzahlungen aufgrund des Preisdumpings und bilden keine Lehrlinge mehr aus. Was in Wien schon üblich ist, schwappt nun ins Ennstal über. Auf Preisdumping folgt Lohn- und Sozialdumping. Das wird durch Baustellenkontrollen in letzter Zeit bestätigt."
Auch Erich Berger, ÖGB-Regionalvorsitzender für die Region Liezen, sieht dringenden Handlungsbedarf seitens der öffentlichen und privaten Auftraggeber: "Mit der Schwellenwerteverordnung haben Gemeinden die Möglichkeit, Aufträge bis zu einer Million Euro regional zu vergeben. Subvergaben sollten nur an regionale Firmen mit Eigenpersonal erfolgen. Auch private Bauherren haben eine moralische Verpflichtung, dass Beschäftigung und Wertschöpfung in unserer Region bleiben."

Nähere Infos zum 6-Punkte-Forderungsprogramm der Bausozialpartner-Initiative: www.faire-veraben.at.

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch, Tel. 0664/614 55 42, bessere.zukunft@josef-muchitsch.at, www.bau-holz.at

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