ARBÖ-Baustellencheck 2014: Pannen bei Beschilderung sind enormes Sicherheitsrisiko

Wien (OTS) - Gemeinsam mit den Experten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und der Landesverkehrsabteilung der Polizei checkte der ARBÖ Kärnten kürzlich wieder zehn Kärntner Straßenbaustellen auf ihre Verkehrssicherheit. Die Bilanz ist erschreckend: Nur eine von zehn Baustellen war korrekt eingerichtet bzw. beschildert.

Bereits zum dritten Mal haben der ARBÖ und die Polizei diesen Check heuer durchgeführt. Statt dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), das seine Kärntner Landesstelle 2013 geschlossen hat, war diesmal die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) als neuer, kompetenter Check-Partner mit an Bord. 2012 war nur eine von zehn Baustellen okay. Das Resultat 2013 präsentierte sich nur marginal besser: Lediglich zwei von zehn Baustellen waren entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen eingerichtet. Die Bilanz 2014 ist wieder deprimierend: Gerade eine einzige der zehn unter die Lupe genommen Baustellen kann als korrekt eingerichtet bezeichnet werden. Chefinspektor Hannes Ruppitsch, der als Fachbereichsleiter für Verkehrsrecht der Landesverkehrsabteilung der Polizei unter anderem auch die gesetzeskonforme Einrichtung von Straßenbaustellen schult, zeigt sich vom aktuellen Ergebnis nicht unbedingt überrascht: "Unsere 2012 gestartete Initiative hat zwar dazu geführt, dass die groben Mängel weniger geworden sind, von einer befriedigenden Situation sind wir aber leider noch Lichtjahre entfernt." Den Kern des Problems sieht Ruppitsch darin, dass das in Schulungen Erlernte nicht oder oftmals nur sehr schlampig umgesetzt wird: "Die Sensibilisierung und Mitarbeit im Lehrsaal klappt gut, die Ausführung draußen ist aber dann doch mangelhaft."

Heuer besonders auffallend: Die vielen Pannen bei der Beschilderung. "Entweder fehlt sie gänzlich, es passt die Distanz nicht oder es sind überhaupt falsche Hinweistafeln in Verwendung", wundert sich Kärntens ARBÖ-Geschäftsführer Thomas Jank über den doch eher sorglosen Umgang bei der Beschilderung, der für die Verkehrssicherheit ein enormes Risiko darstellt.

Für ihn stehen die vielen Beschilderungsfehler möglicher Weise in Zusammenhang mit dem immer größer werdenden wirtschaftlichen Druck:
"Egal ob private Firma oder die öffentliche Hand. Alle versuchen immer öfter in immer kürzerer Zeit mit immer weniger Personal schwierige Bauarbeiten im Straßenbereich durchzupeitschen. Dass dabei die Verkehrssicherheit unter die Räder kommt, darf aber nicht mehr länger hingenommen werden." Eine Forderung, der sich auch AUVA-Unfallverhütungsexperte Egon Nussbacher anschließt. Ihm ist es ein Anliegen darauf hinzuweisen, dass eine korrekte Absicherung auch für die dort arbeitenden Menschen von allergrößter Bedeutung ist:
"Wer hier nachlässig ist, gefährdet nicht nur die Verkehrsteilnehmer, sondern auch sich selbst. Abgesehen von einer gewissen Kontrollfunktion ist dieser Check aber eine gute Gelegenheit, direkt vor Ort wichtige Bewußtseinsbildung zu betreiben."

Schlecht, falsch oder gar nicht beschilderte Straßenbaustellen stellen ein enormes Gefahrenpotenzial für alle Verkehrsteilnehmer und die dort arbeitenden Personen dar. Der ARBÖ-Check brachte auch heuer wieder verschiedenste Mängel ans Tageslicht, laut ARBÖ, AUVA und Exekutive sind jedoch die fünf häufigsten Problemfelder nach wie vor folgende:

  • Die Baustelle wird ohne behördliche Genehmigung (illegal) eingerichtet.
  • Geschwindigkeitsbeschränkungen werden ohne Verordnung aufgestellt.
  • Wichtige Verkehrszeichen werden vergessen (der Klassiker: Die Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung fehlt).
  • Verkehrszeichen werden falsch aufgestellt (nicht sichtbar, zu weit weg, zu nahe ).
  • Verwechslungen beim Verkehrszeichen, das die wechselseitige Verkehrsführung anzeigt (sehr gefährlich!).

Und so läuft das korrekte Procedere zur Einrichtung einer Straßenbaustelle:
- Antrag auf Einrichtung einer Baustelle des Straßenerhalters (Land, Gemeinde, ASFINAG) oder der privaten Baufirma.
- Ortsverhandlung mit den zuständigen Behörden, der bauausführenden Firma, Sachverständigen und eventuell der Exekutive.
- Die zuständige Verkehrs-Behörde erlässt einen Bescheid.
- Die zuständige Verkehrs-Behörde verordnet, welche Verkehrszeichen aufzustellen sind.
- Die Baustelle wird eingerichtet, die notwendigen Verkehrszeichen richtig aufgestellt.

Korrekt eingerichtete Straßenbaustellen sind aus drei Gründen enorm wichtig:
- Für die Sicherheit der den Baustellenbereich befahrenden Verkehrsteilnehmer.
- Für die Sicherheit der dort arbeitenden Personen.
- Für die Rechtssicherheit im Allgemeinen bzw. im Straf- und Regressverfahren.

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