Nach Pfingstunfällen: Bures schnürt Paket für mehr Sicherheit am Motorrad

Expertenrunde im Verkehrsministerium empfiehlt Nachbesserungen bei der Ausbildung und gezielte Kontrollen durch die Exekutive

Wien (OTS/BMVIT) - Am Pfingstwochenende kamen auf Österreichs Straßen 13 Menschen ums Leben, neun von ihnen mit dem Motorrad. Die schlimmste Unfallbilanz seit 2007 war für Verkehrsministerin Doris Bures ein klarer Handlungsauftrag - "hier kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", so die Ministerin nach Pfingsten. Schon am Donnerstag letzte Woche trafen sich daher auf Einladung der Ministerin VerkehrsexpertInnen ihres Ministeriums, der Exekutive, der Verkehrsklubs, von KfV, Arge2Rad und den Fahrschulen im bmvit. Gemeinsam haben die ExpertInnen das blutige Wochenende analysiert und Lösungsvorschläge entwickelt. Eine Reihe von Vorschlägen will die Ministerin rasch umsetzen. ****

Bures: "Wir dürfen keine Zeit verlieren. Die Unfalluntersuchung zeigt uns, was getan werden muss. Es geht vor allem um die Motorradfahrer. Hier werden wir bei der Führerscheinausbildung nachschärfen. Zusätzlich wird das Verkehrsministerium die erfolgreiche Unterstützung für Fahrtechniktrainings verlängern. Und von der Exekutive kommt die Zusage, dass sie ihre Kontrollen an den verkehrsreichen Wochenenden nach Möglichkeit noch verstärken wird."

Analyse: Die meisten Unfälle wären vermeidbar

Die Unfallanalyse zeigt: Die meisten der tödlichen Unfälle wären vermeidbar gewesen. Hauptunfallursachen bei den Motorrad-Unfällen waren nicht angepasste Geschwindigkeit, Fahrfehler, Unachtsamkeit und riskante Manöver beim Überholen. Die Verunfallten waren allesamt männlich und kamen aus allen Altersgruppen zwischen 25 und 69 Jahren. Sechs der neun tödlichen Pfingst-Unfälle waren Alleinunfälle.

Motorrad-Führerscheinausbildung wird novelliert

Die Verkehrsministerin kündigt eine Novelle des Führerscheingesetzes an: "Unser Ziel ist mehr Praxis, weniger Theorie und eine gute Vorbereitung auf anspruchsvolle, schwierige Motorradstrecken im Rahmen der Ausbildung". Hauptzielgruppe dafür sind LenkerInnen, die den Direkteinstieg wählen können, für die das Stufenmodell also nicht mehr gilt. Aber auch für Späteinsteiger ab 39 Jahren werden Anpassungen in der Führerscheinausbildung überlegt. Noch im Sommer will Bures einen Gesetzesvorschlag vorlegen.

Als Sofortmaßnahme hat das Verkehrsministerium in einem Brief an die Länder bzw. Bezirkshauptmannschaften die Behörden ersucht, zeitlich befristete Tempolimits auf Strecken mit Unfallhäufungsstellen zu prüfen und zu erlassen. Die Exekutive hat bereits zugesagt, diese Strecken auch verstärkt zu kontrollieren. Die Erfahrungen mit dieser Maßnahme sollen evaluiert werden.

Bonus-Aktion für Fahrtechniktrainings wird verlängert

Das Verkehrsministerium verlängert außerdem die erfolgreiche Gutscheinaktion für Motorradfahrtechniktrainings bis Ende Juli. In den Monaten April und Mai haben mehr als 1.100 Motoradfahrer den bmvit-Gutschein eingelöst. Das bmvit unterstützt MotorradfahrerInnen mit einem 20-Euro-Bonus für ein Fahrtechniktraining. Den Gutschein kann man auf der Website des bmvit runterladen und bei ÖAMTC oder ARBÖ einlösen.

http://www.bmvit.gv.at/verkehr/strasse/sicherheit/motorrad.html

Zahlen, Daten, Fakten: Immer mehr Motorräder auf den Straßen

Deutlich stärker noch als bei den Pkws sind in den letzten zehn Jahren die Zulassungszahlen von Motorrädern gestiegen. Im Vorjahr waren 450.000 Motorräder (inkl. Leicht- und Kleinmotorräder) zugelassen, das sind um 150.000 oder 50 % mehr als im Jahr 2003. (Zum Vergleich: Die Zahl der Pkws stieg im gleichen Zeitraum um 14 %.)

Langfristiger Trend: Zahl der Verkehrsunfälle rückläufig.

Die Verkehrsunfallbilanz weist für 2013 die niedrigste Zahl der Verkehrstoten seit den 60er Jahren, also seit Beginn der offiziellen Statistik, aus. Auch bei den Motorradfahrern ging die Zahl der tödlichen Unfälle seit 2003 zurück, damals kamen 109 Menschen mit dem Motorrad ums Leben, 2013 waren es 89.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Mag.a Marianne Lackner, Pressesprecherin
Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
marianne.lackner@bmvit.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVM0001