Chinesische Solarfirmen tricksen die EU aus

Chinesische Solarmodulhersteller umgehen Preisauflagen der EU.

Wien (OTS) - Chinesische Solarmodulhersteller verstoßen massenhaft gegen EU-Preisauflagen, die im Vorjahr wegen Dumping-Vorwürfen eingeführt wurden. Dem WirtschaftsBlatt liegt ein Fall aus Österreich vor, der die Vorgehensweise chinesischer Unternehmen dokumentiert.

In einem Schriftverkehr mit dem niederösterreichischen Modulproduzenten PVT-Austria bietet der chinesischen Solarmodulhersteller C. (Firma der Redaktion bekannt) an, den Differenzbetrag zum EU-Mindestpreis nach dem Kauf als Gutschrift zu überweisen. "Sie bringen die Solarmodule, die in unserer Fabrik produziert werden, mit Ihrem eigenen Logo in den Einzelhandel", erklärt ein Vertreter von C. in einem Email an PVT.

PVT hat den Schriftverkehr umgehend an das zuständige Monitoring-Team der EU-Kommission weitergeleitet: Das Vorgehen sei ein "Skandal", weil das Dumping "somit übergangen wird und die Preise wieder unter den Herstellungskosten liegen", heißt es in der Meldung. C. war für eine Stellungnahme weder in Österreich noch in China erreichbar.

Gegenüber dem WirtschaftsBlatt spricht PVT-Geschäftsführer Manfred Smolak davon, mit weiteren Angeboten von chinesischen Produzenten "bombardiert" worden zu sein. Als Hersteller, der in Österreich produziere, leide man unmittelbar unter den Dumpingpreisen. Für die meisten Importeure und Modulhändler gelte das nicht: "Viele wissen, dass es illegal ist, kaufen aber doch. Wir können es nur nicht beweisen." Bei größeren Anlagen geht es um Differenzbeträge im fünf-und sechsstelligen Bereich. "Da zahlt es sich sogar aus, nach China zu fliegen, um sich das Geld in bar abzuholen", so Smolak.

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