Karlheinz Böhm: Über 400 Gäste gedachten dem "Mensch für Menschen"

Wien/Salzburg (OTS) - "Es gibt keine erste, zweite oder dritte Welt! Wir leben alle auf ein und demselben Planeten, für den wir gemeinsam Verantwortung tragen."

Karlheinz Böhm (1928-2014), Gründer von Menschen für Menschen

  • Berührende Worte des deutschen Altbundespräsidenten Horst Köhler: "Karlheinz, du hast mir Hoffnung gelehrt und den Glauben daran, dass eine bessere Welt möglich ist."
  • Otto W. Beuchert, Vorstandsvorsitzender von Menschen für Menschen: "Danke, Karlheinz! Wir führen dein Lebenswerk weiter."

Über 400 Gäste folgten heute Vormittag der persönlichen Einladung Almaz Böhms, um gemeinsam mit Wegbegleitern, Freunden und den Angehörigen ihrem Mann Karlheinz Böhm zu gedenken. Der ehemalige Schauspieler und Gründer der Hilfsorganisation Menschen für Menschen verstarb am 29. Mai im Alter von 86 Jahren. Unter anderem fanden sich der deutsche Altbundespräsident Horst Köhler, Landeshauptmann Wilfried Haslauer sowie die stellvertretende äthiopische Premierministerin Aster Mamo und Abdulaziz Mohammed, Vizepräsident der Oromia-Region, als offizielle Vertreter Äthiopiens in der Residenz zu Salzburg ein und würdigten in einer bewegenden Gedenkfeier vor allem den "Mensch für Menschen" Karlheinz Böhm. Sein außergewöhnlicher Lebensweg und sein Lebenswerk, die Hilfe zur Selbstentwicklung für über 5 Millionen Menschen in Äthiopien, standen dabei im Mittelpunkt. Als Visionär hat Karlheinz Böhm immer in die Zukunft geblickt und dafür gesorgt, dass "Menschen für Menschen" auch künftig in seinem Sinne fortgesetzt wird.

Begrüßung durch Wilfried Haslauer: "Solange es Menschen wie Karlheinz Böhm gibt, solange gibt es Hoffnung."

Landeshauptmann Wilfried Haslauer fand in der Eröffnungsrede würdigende Worte für das Leben und Wirken von Karlheinz Böhm, der ein Ehrengrab am Salzburger Kommunalfriedhof erhält: "Karlheinz Böhm hat uns allen einen Spiegel vorgehalten, dass Betroffenheit sich nicht im Elend erschöpft, sondern hat Perspektiven aufgezeigt. Er hat seinen Sinn im Leben in der Hilfe für andere gefunden. Karlheinz Böhm ist uns allen ein Vorbild und er hat das für mich in einem einzigen Satz zusammengefasst: "Es gibt nicht sieben Milliarden Menschen, sondern sieben Milliarden Mal einen Menschen." Salzburg denkt in Dankbarkeit und Trauer an den Menschen Karlheinz Böhm. Doch solange es Menschen wie Karlheinz Böhm gibt, solange gibt es Hoffnung."

Berührende Worte von Horst Köhler: "Karlheinz, du hast mir Hoffnung gelehrt und den Glauben daran, dass eine bessere Welt möglich ist."

Altbundespräsident Horst Köhler, der eng mit Karlheinz Böhm befreundet war und selbst mehrmals die Projektgebiete in Äthiopien besuchte, fand rührende Worte. Die Art und Weise, wie Karlheinz Böhm auf die Menschen zuging, berührte ihn von Beginn an, denn er hatte Entwicklungsarbeit in erster Linie als Beziehungsarbeit verstanden, was auch der Schlüssel zum Erfolg von Menschen für Menschen war:
"Karlheinz, du hast mir Hoffnung gelehrt und den Glauben daran, dass eine bessere Welt möglich ist."

Köhler würdigte außerdem den beispiellosen Einsatz für die Menschen in Äthiopien. Professionalität und Menschlichkeit würden dabei keinen Gegensatz bilden. Er unterstrich dabei die politische Bedeutung der Arbeit von Karlheinz Böhm, weil sie Veränderungen auf Graswurzelebene im Leben der Betroffenen schafft, ohne Abhängigkeiten entstehen zu lassen. Würde und Selbstbestimmung der Menschen standen immer im Mittelpunkt. Mit diesem Ansatz war er seiner Zeit voraus:
"Als ich Karlheinz Böhm wieder einmal in Äthiopien besuchte, wurde mir klar, dass Menschen für Menschen echte Veränderung bewirkt, weil sie im Herzen der Menschen entsteht. Die Wirkung der Arbeit von Karlheinz Böhm, die vielen Verbesserungen im Leben der Menschen in Äthiopien, waren und sind für mich eine Vergewisserung, dass Entwicklungshilfe wirklich hilft, wenn sie konsequent den Menschen in den Blick nimmt." Horst Köhler schloss mit den Worten "Du hast mich davon überzeugt, dass die Kraft für Veränderung manchmal Mut braucht und manchmal Zorn, aber letztlich immer aus der Schlichtheit der Liebe entsteht. Danke, Karl."

Würdigung seitens des äthiopischen Staates: "Die Menschen Äthiopiens werden deine Hilfe niemals vergessen."

An die tragende Bedeutung der Arbeit von Menschen für Menschen für die Bevölkerung Äthiopiens erinnerte in seiner Ansprache der Vizepräsident der Oromia-Region, Abdulaziz Mohammed. Er hob die bereits erreichten Fortschritte insbesondere in seiner Heimatregion Oromia, in der zahlreiche Projekte durchgeführt werden, hervor. :"Die Arbeit von Menschen für Menschen verfolgt und bewirkt nachhaltige Veränderungen, die aber auch unseren Einsatz in Äthiopien erfordert. Karlheinz Böhm war ein fürsorglicher und liebevoller Mensch. Wir waren n den vergangenen Jahrzehnten Zeugen eines beispiellosen Einsatzes für unser Land und seine Bewohner. Danke, Karlheinz Böhm!" Auch Ministerin Aster Mamo verneigte sich vor der Arbeit Karlheinz Böhms und seiner Organisation: "Die Menschen Äthiopiens werden deine Hilfe niemals vergessen."

Persönliche Worte und Dank seitens des Vereins Menschen für Menschen: "Danke, Karlheinz! Wir führen dein Lebenswerk weiter."

Otto W. Beuchert, Vorstandsvorsitzender des österreichischen Vereins und Wegbegleiter Karlheinz Böhms seit den Anfangstagen von Menschen für Menschen bedankte sich bei allen Unterstützern, gemahnte aber auch daran, dass es noch viel zu tun gibt: "Karlheinz Böhm hat vor über 30 Jahren den Grundstein von Menschen für Menschen gelegt, ohne dass er selbst ahnte was daraus wird. Aus den ersten Hütten und der Hilfe für die Nomaden im Erer Tal ist die Entwicklung ganzer Regionen geworden. "Mein Wunsch ist es, eines Tages nicht mehr gebraucht zu werden, " hat Karlheinz immer gesagt." Otto W. Beuchert ließ stellvertretend auch die Mitarbeiter des Vereins zu Wort kommen:
"Genauso wie für Karlheinz Böhm ist diese Aufgabe auch für uns nicht bloß Beruf sondern Berufung. Es ist eine Aufgabe, der sich jeder mit ganzen Herzen widmet. Und an der Erfüllung seines Traums arbeiten wir gemeinsam als Menschen für Menschen."

Von der Wut eines Einzelnen zur "Hilfe zur Selbstentwicklung" für Millionen

Als Karlheinz Böhm mit einer Wette in der Familiensendung "Wetten, dass..?" den Grundstein für die Organisation Menschen für Menschen legte, konnte er kaum ahnen, was er in den kommenden drei Jahrzehnten bewirken sollte: Die Entwicklung ganzer Projektregionen in allen Lebensbereichen auf einer Fläche die mittlerweile zwei Drittel von Österreich entspricht. Karlheinz Böhms Lebenswunsch "eines Tages nicht mehr gebraucht zu werden" ist teilweise in Erfüllung gegangen:
Sechs von 15 Projektregionen konnten abgeschlossen und zur Gänze in die Verantwortung der Bevölkerung übergeben werden. Heute arbeiten über 700 Menschen in Äthiopien an der Umsetzung seiner Vision - davon lediglich fünf Nicht-Äthiopier.

"Wichtig ist für mich der Gedanke "Hilfe zur Selbsthilfe", denn mit einer Speisung ohne Zukunftsperspektive ist keinem langfristig gedient."

Karlheinz Böhm

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Weitere Stimmen zum Tod von Karlheinz Böhm:

"Für mich ist nur der bewundernswerteste Mensch gestorben, den ich kenne, sondern auch mein Ehemann, mein liebster Freund und überaus liebevoller Vater meiner beiden Kinder. Ich bedanke mich bei allen Gästen für ihr Kommen und ihre Anteilnahme. Vielen Dank an alle Redner, die heute das Leben und Wirken meines Mannes gewürdigt haben. Dem Land Salzburg danke ich für die großzügige Unterstützung dieser Gedenkfeier. Der Stadt Salzburg danke ich dafür, dass sie meinem Mann ein Ehrengrab gewidmet hat."

Almaz Böhm, Ehefrau und Schirmherrin des Vereins Menschen für Menschen Österreich.

"Karlheinz Böhm hat uns gezeigt was das Wort Menschenliebe bedeutet und war uns allen Vorbild und Inspiration. Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen zuzuhören, war der erste wichtige Schritt, um eine selbstständige Entwicklung anzustossen. Die Mitarbeit und Eigenleistung der Menschen einzufordern ein weiterer. Gegenseitiges Verständnis und Vertrauen sowie die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung - das ist das Erbe Karlheinz Böhms, das bis heute unsere Arbeit ausmacht. Es geht weit darüber hinaus, "ausreichend zu Essen" zu haben. Es geht um ein selbstbestimmtes Leben und um die Möglichkeit sich selbst eine bessere Zukunft zu schaffen. Wir werden das Lebenswerk von Karlheinz Böhm weiterführen und dafür arbeiten, dass dieses selbstbestimmte Leben für möglichst viele Menschen Realität wird", Rupert Weber, Geschäftsführender Vorstand von Menschen für Menschen Österreich.

Bilder können Sie in druckfähigem Format anfordern bzw. stehen unter www.mfm.at zum Download bereit.

Zusätzliche Bilder von der Gedenkfeier stehen ab ca. 15.30 Uhr kostenfrei zum Abdruck im Rahmen der Berichterstattung zur Verfügung:
http://www.hagenpress.onlinearchiv.at/v/MfM-KHB-20140613/
Copyright: Leo Hagen

"Auf der Welt gibt es nicht sechs Milliarden Menschen, sondern sechs Milliarden Mal EINEN Menschen."
Karlheinz Böhm

Ausführliche Vita und Zitate:
Eine ausführliche Vita, Bildmaterial und Zitate von Karlheinz Böhm finden Sie unter www.mfm.at/presse

Weitere Informationen über die Organisation und die Projektarbeit unter: www.mfm.at

Rückfragen & Kontakt:

Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Austria
Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-16
Mobil: +43 (0)664 184 33 22
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