"Kulturmontag": Otto Schenk live im Studio

Außerdem am 16. Juni: 150. Geburtstag Richard Strauss, Architekturbiennale und "Hochleistungssport Operngesang"

Wien (OTS) - Clarissa Stadler begrüßt am 16. Juni 2014 um 22.30 Uhr in ORF 2 zu einem "Kulturmontag" mit Publikumsliebling Otto Schenk live im Studio. Dieser inszeniert nach mehr als einem Vierteljahrhundert wieder an der Wiener Staatsoper. Zudem würdigt der "Kulturmontag" Richard Strauss anlässlich der 150. Wiederkehr seines Geburtstages und blickt ausführlich zur Architekturbiennale nach Venedig. Außerdem zeigt der "Kulturmontag" erneut die Doku "Hochleistungssport Operngesang", die eindrucksvoll darlegt, dass Opernstars ihren Körpern Intensitäten ähnlich denen von Profisportlern zumuten (müssen).

Fabelhaft: Otto Schenk, Regiestar - Der Publikumsliebling inszeniert "Das schlaue Füchslein" und ist Studiogast

Er ist weltberühmt in Österreich - und kann nebenbei auf eine fast 60 Jahre währende veritable Weltkarriere verweisen, von der vieler seiner heimischen Fans kaum etwas wissen: 1957 legte Publikumsliebling Otto Schenk seine erste Operninszenierung vor, derzeit hält er bei seiner 161. Regiearbeit. Die Metropolitan Opera in New York ist ihm - neben dem Theater in der Josefstadt - eine zweite künstlerische Heimat. Nach 26 Jahren Absenz holte Staatsopern-Direktor Dominique Meyer Schenk jetzt wieder ans Haus am Ring. Es ist Leos Janáceks märchenhafte Opernfabel "Das schlaue Füchslein", die Otto Schenk mit viel tierischem Personal und einer großen Kinderschar naturalistisch in Szene setzt. Schenk bezeichnet sich selbst als faul, ist aber tatsächlich ein Unermüdlicher: Ständig steht er mit restlos ausverkauften Soloprogrammen auf der Bühne, im Herbst bestreitet er in Schnitzlers "Liebelei" den Saisonauftakt in der Josefstadt und legt sein neues Buch mit dem Titel "Ich bleib noch ein bissl" vor. Der "Janácek-Rausch", in den er sich derzeit hineinarbeitet, habe durchaus gesundheitsfördernde Wirkung auf ihn -der Puls sei besser als zuvor und die Herzrhythmusstörungen haben sich in Nichts aufgelöst. Der "Kulturmontag" zeigt erste Probenausschnitte aus dem "Schlauen Füchslein". Otto Schenk ist live zu Gast bei Clarissa Stadler im Studio.

Divenhaft: Richard Strauss, Hitkomponist - Eine kritische Würdigung zum 150. Geburtstag

Mit 164 Einträgen listet ihn die "Internet Movie Data Base" als Filmkomponisten auf: darunter mit Melodien für Blockbuster wie "Wall. E", "Toy Story" und - natürlich - für Kubricks Klassiker "2001: A Space Odyssey". Die Musik des Richard Strauss zieht immer noch die Massen in den Bann. Ob "Salome", "Elektra" oder "Der Rosenkavalier":
Kein großes Konzert- oder Opernhaus kommt ohne Strauss aus. Jetzt feiert die Welt den 150. Geburtstag des Tondichters. Schon zu Lebzeiten stand Strauss im Rang eines Superstars und war ein genialer Vermarkter seiner selbst. Zur "Rosenkavalier"-Premiere 1911 fuhren Sonderzüge aus ganz Deutschland nach Dresden. Als Mitbegründer der Verwertungsgesellschaft GEMA sicherte er über Tantiemen auch noch den Wohlstand seiner Enkel. Doch Strauss war nicht nur ein Originalgenie, sondern auch ein gnadenloser Opportunist. Mit seinem offen ausgespielten Antisemitismus biederte er sich Cosima Wagner an und wurde in der Folge mit offenen Armen auf dem Grünen Hügel von Bayreuth empfangen. 1933 wurde er Präsident der NS-Reichsmusikkammer. Durch seine Zusammenarbeit mit Stefan Zweig als Librettist der Oper "Die schweigsame Frau" fiel er allerdings bei den Nazis zeitweilig in Ungnade. Für eine kritische Würdigung zum 150. Geburtstag bittet der "Kulturmontag" u. a. die Opernstars Christa Ludwig und Thomas Hampson zu Wort.

Der ORF setzt den bereits im März begonnen Programmschwerpunkt anlässlich des Strauss-Jubiläums fort und würdigt den Komponisten verstärkt in allen seinen Medien. So steht am Sonntag, dem 29. Juni, unter dem Titel "Alpenliebe" ein "Österreich-Bild" des ORF-Landesstudios Kärnten (18.25 Uhr) auf dem Programm, das u. a. einer Sonderausstellung zur "Alpensinfonie" von Richard Strauss gewidmet ist. Von den Salzburger Festspielen überträgt ORF 2 heuer mit "Der Rosenkavalier" (Montag, 18. August, 22.20 Uhr; in ORF III am Sonntag, 24. August, 20.15 Uhr) eine Oper ihres Mitbegründers. ORF III präsentiert u. a. die fünfteilige Konzertreihe "Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker spielen die symphonischen Dichtungen von Richard Strauss". Als nächstes: "Alpensinfonie" am Sonntag, 20. Juli.

"Hochleistungssport Operngesang": Ein Film von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich

Christa Ludwig ist auch einer der Stars, die im Film "Hochleistungssport Operngesang" von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich (Koproduktion mit SWR, ORF und Unitel) interviewt werden. Die Kulturdoku bringt dem Laien den Beruf des Opernsängers mit all seinen Facetten näher - denn eines ist kaum bekannt: Operngesang ist Hochleistungssport - und im Hinblick auf die körperliche Belastung durchaus vergleichbar mit Profifußball. Dass Opernsänger oft an ihre physischen Grenzen gehen und sogar Verletzungen ihres Stimmapparats riskieren, ist bei Insidern bekannt, jedoch kaum beim Publikum. Denn während Krankengeschichten von Topfußballern ganze Sportseiten füllen und zu kollektivem Mitleid führen, kennen Kritiker und Publikum oft keine Gnade, wenn ein Sänger einmal nicht die erwartete Topleistung bringt. Hartes Training und eine besondere Lebensführung sind nötig, damit ein Sänger seinen Beruf über Jahrzehnte ausüben - und mit seinem Publikum jene Sternstunden erleben kann, die alle Mühen drum herum vergessen lassen. Prominente Künstler wie Jonas Kaufmann, Anja Harteros, Piotr Beczala, Edda Moser und eben Christa Ludwig sowie Experten wie der Arzt Dr. Reinhard Kürsten und Musikkritiker Jürgen Kesting äußern sich zu den Höhen und Tiefen der Profession, den Versuchungen im Musikbusiness und dem alten Konflikt des Künstlers zwischen Emotion und Vernunft.

Ereignishaft: Architekturbiennale Venedig - Eine Reportage von der Leistungsschau in der Lagune

Venedig ist wieder einmal die Kulisse für den wichtigsten Event in Sachen Baukultur. Die 14. Architekturbiennale unter der Direktion von Stararchitekt und Pritzker-Preisträger Rem Koolhaas geht den Elementen der Architektur auf den Grund, während die 65 Länderpavillons ihre Recherchen zu den vergangenen 100 Jahren Architekturgeschichte präsentieren. "Absorbing Modernity 1914-2014" wirft die provokante Frage auf, ob der Stil der Moderne die ästhetische Unverwechselbarkeit verschiedener Kulturen ausgelöscht hat. Kritisch bis ironisch sind die Ausstellungen, die das eher kopflastige Thema mit einfallsreichen Ideen bebildern. Ein Blick zurück, der viel über die gesellschaftliche und politische Funktion von Architektur erzählt, wie Rem Koolhaas im Interview erklärt. Der "Kulturmontag" mit einer großen Biennale-Reportage.

Der "Kulturmontag" ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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