Das Scheiberlspiel: "Tiqui-taca" auf Wienerisch

Als die Wiener Schule den Fußball prägte

Wien (OTS/RK) - Wenn "der Blade" zum "Papierenen" scheiberlt und "der Panther" jeden Strich aus der Eck'n fischt, passiert das nicht bei der WM in Brasilien - Österreich ist nicht dabei. Wenn aber Xavi rasch auf Busquets legt und dieser Herrn Iniesta schickt, hat Spaniens "tiqui-taca" gar Wienerisches Blut: Das flache Spiel mit Ball, die Raffinesse, die Eleganz, die Leichtigkeit am Feld, die stammt aus Wien - und wurde ab den 1920ern hier zelebriert.

Aus England, dem hochernannten Mutterland des Sports, schwappte der Kick nach der Jahrhundertwende auf unseren Kontinent. Ein Spektakel auch auf Wiener Rasen, ein Arbeitersport; und die industrialisierten Vorstädte - Favoriten, Ottakring, Floridsdorf -stellten die Masse der ZuseherInnen ebenso wie das Gros der Aktiven. Aber da war noch etwas Anderes, Spezifisches, das Form und Gehalt des Gezeigten ausmachte. In gleichem Maße, wie der Fußball proletarisch geprägt war, wurde er von der innerstädtischen Bohème in Anspruch genommen.

Wenn also die Arbeitervorstädte die spielende Basis des Wiener Fußballs bildeten, so lieferte die bürgerliche City den literarischen Diskurs - auch in Zeiten des NS-Regimes: "Er spielte Fußball wie kein zweiter / er stak voll Witz und Phantasie. / Er spielte lässig, leicht und heiter / er spielte stets, er kämpfte nie.", dichtet der jüdische Literat und Freund Friedrich Torberg über Matthias Sindelar, den "Papierenen", Österreichs Wunderstürmer der Zwischenkriegszeit.

Es war diese typisch wienerische Melange, die Durchmischung von vorstädtischen und urbanen Lebenswelten, das Ineinandergreifen von populärer und elitärer Kultur, die den Weltruhm der "Wiener Schule des Fußballs" begründete. Das von ihr forcierte Spiel sollte bis in die 1960er-Jahre international Furore machen.

wien.at fasst die Biographien Wiens bekanntester Fußball-Legenden zusammen, gibt einen Überblick über den Rasensport in der Stadt und zeigt Wien bei der WM in Brasilien - und umgekehrt. Online auf www.wien.gv.at/kultur-freizeit/wm2014.html

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