Leitl: Zinssenkung ist wichtiges Signal, nun müssen auch die Regierungen liefern

Europäische Geldpolitik muss von wirksamen und vertrauenswürdigen fiskalpolitischen Maßnahmen in den Mitgliedsstaaten begleitet werden

Wien (OTS/PWK384) - Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl begrüßt die heutige Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen in der Eurozone auf das historisch niedrige Niveau von 0,15 Prozent zu senken. "Das geringe Wachstum und die extrem niedrige Inflation in manchen Euro-Ländern verlangen effektive wirtschaftspolitische Maßnahmen - dies sowohl von der Geldpolitik, als auch von der Fiskalpolitik. Die EZB hat heute ein weiteres wichtiges Signal gesetzt. Jetzt müssen die Regierungen liefern", betont der Wirtschaftskammerpräsident. Jedenfalls eine positive Wirkung könnte der erstmals negative Einlagenzinssatz haben, der zusätzlich zu den zunehmend stabileren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mehr Geld für die Realwirtschaft bringen sollte.

"Die EZB hat sich im Hinblick auf die Herausforderungen der Krise als tüchtiger und effizienter Krisenmanager bewährt. Nun ist auch die Fiskalpolitik in Österreich und in allen anderen Staaten Europas besonders gefordert, echte Strukturmaßnahmen in die Wege zu leiten und umzusetzen, um auch im Falle eines nächsten Abschwungs gerüstet zu sein", so Leitl.

Fakt bleibt: Der Zinsschritt wird nicht allen Staaten gleichmäßig dienen. Die Europäische Zentralbank steht mehr denn je vor der schwierigen Aufgabe, eine einheitliche Geldpolitik für unterschiedliche Länder zu finden. Wichtig ist jetzt, dass die niedrigen Zinsen auch wirklich in der Realwirtschaft ankommen. Das Schlechteste für ein Anziehen der Konjunktur wäre eine Kreditklemme für die Unternehmen. Liquiditätsengpässe müssen daher unbedingt vermieden werden", so Leitl abschließend. (FA)

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