Leicht rückläufige Entwicklung in der Österreichischen Holzindustrie

Stabile Mengenentwicklung bei geringerer Ertragslage als Ergebnis der konjunkturellen Abschwächung

Wien (OTS/PWK382) - Die Österreichische Holzindustrie musste im abgelaufenen Geschäftsjahr einen leichten Rückgang des Produktionsvolumens um 2,1 % auf derzeit 7,38 Mrd. Euro hinnehmen. Grund dafür sind die deutlichen Abschwächungen der Konjunkturen auf den wichtigsten Exportmärkten Europa, Levante und Übersee. Der Wettbewerb verschärfte sich und die Ertragslage ging merklich zurück. Dennoch konnte sich der Rohstoff Holz in allen Stufen der Wertschöpfung gut behaupten. "Gäbe es Holz nicht, so müsste man es glatt erfinden. Holz ist das Baumaterial der Zukunft, dies deshalb, weil es der ökologischste und nachhaltigste Baustoff ist, den man sich vorstellen kann", erklärte Fachverbandsobmann Erich Wiesner heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Annähernd konstante Exportquote Der in den letzten Jahren verzeichnete Trend einer Verschlechterung der Außenhandelsbilanz durch stark steigende Importe und reduzierte Exporte konnte 2013 gestoppt werden. Die Exportquote wurde trotz leicht rückläufiger Produktion im Wesentlichen gehalten und belief sich auf 66 % der Produktion, der Exportwert betrug 4,8 Mrd. Euro, der Überschuss wies einen Gesamtwert von 1,1 Mrd. Euro aus. Holz ist "in" - nicht nur auf den internationalen Märkten, auch hierzulande. Dafür zahlte die Holzindustrie einen hohen Preis: die Rohstoffpreise waren anhaltend hoch und der gedrückten Konjunkturlage nicht angepasst. Speziell der Holzbau litt unter der enormen Steigerung der Holzpreise.

Entwicklungen der Teilbranchen Der Baubereich musste einen Produktionsrückgang von 2,4 % hinnehmen. In der Plattenindustrie hat sich mit Jahresbeginn in den Hauptabnehmersektoren Möbel und Bau eine rückläufige Entwicklung ergeben, die sich im zweiten Halbjahr wieder ausglich. Nach einer guten Verkaufssaison 2012/2013 mit guten Ergebnissen für die Skifirmen zeigt die Saison 2013/2014 eine eher rückläufige Tendenz. In der Möbelindustrie konnte die gute Inlandsnachfrage die Verluste beim Export kompensieren, so dass lediglich ein Produktionsrückgang von 0,9 % ausgewiesen wird. Die Sägeindustrie konnte nach einem schwierigen ersten Halbjahr mit einem hauchdünnen Minus von 1 % im Jahr 2013 beinahe die Vorjahresproduktion einstellen. "Die Produktionsbelebung des zweiten Halbjahres 2013 konnte im Wesentlichen auch im ersten Quartal 2014 fortgeschrieben werden. Allerdings wird unsere Branche lernen müssen, mit ständigen und immer stärker werdenden Marktschwankungen umzugehen", erklärt Christoph Kulterer, Vorsitzender der Österreichischen Sägeindustrie.

Stabiles Beschäftigungsniveau Zur Österreichischen Holzindustrie zählen rund 1.400 Betriebe mit knapp 28.000 Beschäftigten. Ein Großteil der Unternehmen (1.000 Unternehmen) sind Sägewerke, die restlichen Betriebe finden sich im Baubereich sowie der Möbel-, Platten- und Skiindustrie wieder. Ein wesentliches Merkmal dieser "hölzernen" Branche ist das über Jahrzehnte stabile Beschäftigungsniveau. Hier ist die starke Exportorientierung der überwiegend mittelständischen Betriebe hervor zu heben. Da die Betriebe überwiegend dort angesiedelt sind, wo auch der Rohstoff Holz wächst, leistet die Holzindustrie einen wertvollen Beitrag zur Wertschöpfung in der Region und bietet vor allem in strukturschwachen Gebieten einen sicheren Arbeitsplatz.

Vielfältiger Einsatz im Holzbau Holz ist ein gefragtes Baumaterial: Gerade in den Städten, die mit wachsenden Bevölkerungszahlen einen Boom erleben, spielen Fragen wie CO2-arme Gebäude, kluge Verdichtung und energetische Sanierung eine große Rolle. Holz kann hier einen entscheidenden Beitrag liefern. Technische Entwicklungen der letzten Jahre haben den Holzbau revolutioniert. Neue Dimensionen in Fläche und Höhe - bis zu Hochhäusern aus Holz - werden erreicht. Ob für Wohnbauten, Kindergärten, Schulen oder Pflegeheime - Holz besticht durch seine Vorzüge wie hoher Vorfertigungsgrad, kurze Bauzeiten oder saubere, lärmarme Baustellen. Diese Potenziale im Zusammenhang mit wachsenden, "grüneren" Städten von morgen zu positionieren, ist auch das Ziel der internationalen Roadshow von proHolz Austria. Eine mobile Ausstellung in einer begehbaren Holzbox mitten in Stadtzentren - der WOODBOX -zeigt anhand internationaler Architekturbeispiele die neuen Möglichkeiten von Bauen mit Holz. Bisherige Stationen waren Mailand, Bratislava und Ljubljana - im Herbst sind noch Klagenfurt und Brüssel vorgesehen. Und auch 2015 und 2016 wird die Tour in weiteren europäischen Metropolen fortgesetzt.

Investment in die Zukunft Der positive Beitrag von Waldnutzung und Holzverwendung zum Klimaschutz ist Schwerpunkt der seit Herbst 2013 laufenden Imagekampagne "CO2-Footprint", mit der stärkeres Bewusstsein für die CO2-Entlastungspotenziale durch stoffliche Verwertung von Holz geschaffen werden soll. In Österreich reicht weniger als ein Drittel des jährlichen Holzzuwachses bereits aus, um alle Hochbauten eines Jahres aus Holz zu errichten. Österreich hat durch die forcierte Verwendung des heimischen Rohstoffes Holz einen Hebel für den Klimaschutz in der Hand, der noch nicht ausreichend genutzt wird. Weniger bekannt sind die Zukunftsinvestitionen der Holzindustrie als eine Schlüsselbranche der österreichischen Wirtschaft. So arbeiten in Österreich rund 600 Forscher an Zukunftslösungen und neuen Technologien. Neben mehreren Universitätsinstituten ist in diesem Zusammenhang vor allem die Holzforschung Austria als kooperatives Forschungsinstitut mit 90 Vollzeitmitarbeitern zu nennen, die in enger Kooperation mit der Österreichischen Holzindustrie die Weiterentwicklung des Werkstoffes Holz vorantreiben. (KR)

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Dr. Claudius Kollmann
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