Herbert: Presserat windet sich um Verurteilung des "Standard"

Falschmeldung über Demo bringt nur Ermahnung

Wien (OTS) - Anlässlich der Demonstration von linksextremen Gruppen gegen eine Kundgebung der "Identitären" am 17.05.2014, hat FPÖ-Bundesrat Werner Herbert, freiheitlicher Bereichssprecher für den Öffentlichen Dienst und AUF-Bundesvorsitzender, eine Beschwerde beim Presserat eingebracht, da in einigen Medien massiv gegen die Polizei gehetzt wurde.

So sei von mehreren Medien - allen voran dem "Standard" behauptet worden, dass eine schwangere Frau aufgrund des Polizeieinsatzes bei der Demonstration eine Fehlgeburt erlitten hätte. "Diese Meldung war falsch", so Herbert. "Zu der diesbezüglichen Beschwerde stellt der Presserat zwar fest, dass schlecht oder nicht recherchiert wurde, kann sich aber zu keiner Verurteilung hinreißen, obwohl der Sachverhalt völlig klar ist", zeigte Herbert wenig Verständnis für diesen Eiertanz des Presserates. "Ich hätte mir eine klare Verurteilung des 'Standard' erwartet, da aufgrund der Falschmeldung in diversen Online-Foren massiv gegen die Polizei gehetzt wurde", so Herbert. Weiters stehe eine Entschuldigung des "Standard" bei der Exekutive noch immer aus, so Herbert.

Die Stellungnahme im Wortlaut:
Presserat mahnt zu sorgfältiger Recherche bei unbestätigten Meldungen

Anlässlich einer Demonstration von linken Gruppierungen gegen die sogenannten Identitären am 17.05.2014 ist in mehreren Medien darüber berichtet worden, dass eine schwangere Frau aufgrund des Polizeieinsatzes bei der Demonstration eine Fehlgeburt erlitten habe. In manchen Medien ist dieser Vorfall als Tatsache gebracht worden, in anderen war bloß von einem angeblichen Vorfall oder von entsprechenden Meldungen auf Facebook und Twitter die Rede - in den sozialen Medien wurde die Information über die Fehlgeburt stark verbreitet.

Schließlich hat sich herausgestellt, dass der Vorfall nicht stattgefunden hat.

Der Senat 1 des Presserats weist auf Punkt 2.1 des Ehrenkodex für die österreichische Presse hin, wonach Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten oberste Verpflichtung von Journalistinnen und Journalisten sind. Bei Informationen, die über soziale Medien verbreitet werden, ist ein kritisches Hinterfragen besonders wichtig. Journalistinnen und Journalisten dürfen auch bei einem Hype in den sozialen Medien nicht auf das Prinzip von "Check and Recheck" vergessen.

Es liegt im Interesse der Medien und der Öffentlichkeit, Informationen möglichst rasch an die Leserinnen und Leser weiterzugegeben. Dabei darf die Gewissenhaftigkeit bei der Recherche aber nicht vernachlässigt werden. Bei nicht gesicherten Informationen sollte deshalb die Informationsquelle genannt, die dafür durchgeführte Recherche beschrieben oder zumindest darauf hingewiesen werden, dass eine offizielle Bestätigung der Meldung noch aussteht.

Auch wenn es von großem öffentlichen Interesse ist, über Demonstrationen zu berichten, bei denen es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen den Demonstranten und der Polizei kommt, sollte eine nicht gesicherte Information den Lesern nicht unreflektiert als Faktum präsentiert werden, selbst wenn sie gut zu dem Ablauf und dem Szenario der Demonstration passt.

Im vorliegenden Fall haben einige Medien vorschnell Fakten geschaffen, die sich bald als unrichtig herausgestellt haben.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub
Tel.: 01/ 40 110 - 7012
presse-parlamentsklub@fpoe.at

http://www.fpoe-parlamentsklub.at
http://www.fpoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0006