Wiener Grüne für vorübergehende Förderung von KWK-Anlagen

Vassilakou: "Energiewende muss Wirklichkeit werden"

Wien (OTS) - In Österreich müssen die Weichen endlich in Richtung nachhaltige Energieversorgung gestellt werden. Ein Bündel von Maßnahmen und klar vorgegebene und überprüfbare CO2-Reduktionsziele sind notwendig, um die Energiewende Wirklichkeit werden zu lassen. Auf Bundesebene muss der Energieverbrauch bis 2020 deutlich gesenkt und bis 2050 halbiert werden.

"Unbeschadet vieler dafür notwendiger Maßnahmen ist aus Wiener Sicht auch die Förderung von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) aus Gründen des Klimaschutzes und der Energieeffizienz - vorübergehend -sinnvoll und notwendig", erklärt Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. "Fossile Stromerzeugung ist und bleibt aus Grüner Sicht eine Übergangstechnologie. Unser Ziel in Wien lautet bis 2050 nur mehr erneuerbare Energieträger einzusetzen. Das haben wir auch in der Smart City Strategie festgeschrieben." Bis dahin werde Wien fossile Stromerzeugung haben und diese sollte in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erfolgen. Dabei wird Strom und Fernwärme erzeugt. Das erhöht die Brennstoffausnutzung und die Energieeffizienz.

Die Förderung von Gas-KWKs versetzt die Betreiber (Wien Energie) in die Lage die Fernwärmeversorgung aufrecht zu erhalten und auszubauen. Ein Stopp des Fernwärmeausbaus würde - besonders in rasch wachsenden Städten wie Wien - de facto die Erdgasversorgung (ohne gleichzeitige Stromproduktion) pushen. Damit würden - trotz des Einsatzes von Solar- und Wärmepumpenanlagen, deren Beitrag aber in hochverdichteten Siedlungen Grenzen hat - die CO2-Emissionen im Vergleich zur Fernwärmeversorgung, steigen. Fernwärme aus Erdgas-KWK reduziert den Erdgaseinsatz für Raumwärme.

Gleichzeitig müssen die Fernwärmesysteme auch auf zukünftige Entwicklungen hin optimiert werden. Werden die Fernwärmebetreiber finanziell unterstützt, ist das möglich. Das bedeutet eine Diversifizierung der Fernwärmeerzeugung durch Erschließung weiterer erneuerbarer Quellen (z.B. Geothermie, Abwärme, Solar, Biomasse), die Einbindung von Speichern und Verbrauchern im Fernwärmenetz, die Schwankungen im Aufkommen erneuerbarer Energien ausgleichen können.

Der Energiesprecher der Wiener Grünen, Christoph Chorherr betont, dass es wichtig ist, dass Gas-KWKs im städtischen Raum gefördert werden und damit gegenüber fossilen Kraftwerken ohne KWK CO2 eingespart wird. "Gas-KWKs sind eine Übergangstechnologie auf dem Weg zur vollständigen Versorgung mit erneuerbarer Energie. Sie sind eine wesentlich bessere Technologie als Kohlekraftwerke. Durch ihre Förderung kann die aktuelle Renaissance der Kohlestromerzeugung angehalten werden."

Unabhängige Stellen sollen die Notwendigkeit einer weiteren KWK- bzw. Fernwärmeförderung regelmäßig evaluieren und Empfehlungen für deren Änderung bzw. Abschaffung abgeben. Mittelfristig muss die Regulierung der Energiemärkte angepasst und u.a. eine Diversifizierung der Fernwärmeaufbringung in Richtung regionale, erneuerbare Quellen erfolgen.

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