Musiol: Karmasins Steuerreformpläne führen altes ÖVP-Familienmodell fort

Grüne: Alle Familienformen müssen gleichermaßen profitieren

Wien (OTS) - "Familienministerin Karmasin wollte eigentlich frischen Wind in die Familienpolitik der ÖVP bringen und das Familienbild unserer Zeit anpassen. Umso mehr überrascht mich ihr jüngster Vorschlag zur Steuerfreiheit für Mütter ab dem dritten Kind. Damit wird nämlich der klassische Familienbegriff der ÖVP bedient. Vater, Mutter und viele Kinder. Diese Familienform will die ÖVP entlasten. Was aber ist mit Paaren mit nur einem oder zwei Kindern, was ist mit Alleinerziehenden, was ist mit Patchworkfamilien?", fragt sich die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol, und ergänzt: "Wenn wir eine Entlastung von Familien anstreben, dann sollte die ÖVP Abstand nehmen von Klientelpolitik und besser darauf schauen, dass alle Familienformen gleichermaßen davon profitieren können. Aber wir wissen von der letzten Steuerreform, dass das auch nicht das Ziel der ÖVP ist. Kinderfreibetrag und Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten stehen ja auch nicht allen zur Verfügung".

"Dass Bundesministerin Karmasin die Erwerbstätigkeit von Frauen unterstützen will, begrüße ich ausdrücklich. Handlungsbedarf sehe ich hier aber nicht nur bei der relativ kleinen Gruppe der Mütter mit mehr als drei Kindern. Wenn wir unterstützen wollen, dass Frauen neben Kindern auch noch erwerbstätig sind, dann sollten wir die nach wie vor mangelhafte Situation der Kinderbetreuung in Österreich ins Blickfeld rücken. Viele Frauen arbeiten in Teilzeit weil Krippenplätze in vielen Gebieten nicht vorhanden sind und die Öffnungszeiten eine Vollzeit-Arbeit unrealistisch machen", meint Musiol.

"Vorschläge erwarte ich mir von Karmasin aber auch hinsichtlich der Väterbeteiligung. Denn trotz Krippenplatz und Vollzeit-Beschäftigung bleiben Betreuungspflichten und Hausarbeit übrig, die noch immer mehrheitlich von Frauen getragen werden. Moderne Familienarbeit sollte auch Akzente setzen, dass die unbezahlte Arbeit stärker auf beide Geschlechter aufgeteilt wird", schließt Musiol.

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