IG Pflanzenschutz zu Ernteausfällen: Neue Pflanzenschutzmittel in frühestens fünf Jahren

In Niederösterreich drohen zehn Prozent Verlust - 6.000 ha Kürbis- und 15.000 ha Maispflanzen in Steiermark betroffen - Immer weniger Pflanzenschutzmittel in EU neu zugelassen

Wien (OTS) - Die Industriegruppe Pflanzenschutz sieht sich in ihrer Warnung vor einem Kahlschlag bei Pflanzenschutzmitteln bestätigt. Pflanzenschädlinge haben heuer in der österreichischen Landwirtschaft bereits hohe Ertragsverluste und wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe verursacht. "Durch eine unseriöse Kampagne gegen den modernen Pflanzenschutz und die dadurch bewirkten populistischen Verbote von Pflanzenschutzmitteln stehen den Landwirten oft keine Mittel mehr zur Verfügung, um Schädlinge wirksam zu bekämpfen. Bis beispielsweise ein neues Mittel gegen den Drahtwurm auf den Markt kommt, wird es noch mindestens fünf Jahre dauern", sagt der Vorsitzende der IG Pflanzenschutz, Christian Stockmar.

Der Drahtwurm ist bei den Erdäpfeln in Niederösterreich für Ertragseinbußen von fünf bis zehn Prozent verantwortlich. In der Steiermark wurden heuer bereits 6.000 ha Kürbis- und 15.000 ha Maisfelder von Schädlingen befallen. "Durch eine überbordende Bürokratisierung im Zulassungsverfahren droht den Landwirten der Verlust von zuverlässigen Mitteln, um die Schädlinge wirkungsvoll zu bekämpfen", sagt Stockmar. Die Situation verschlimmert sich zusätzlich, wenn bereits zugelassene Mittel, wie etwa die Neonicotinoide kurzsichtig verboten werden, so Stockmar.

Die europäischen Märkte spielen aufgrund kontinuierlicher Verbürokratisierung und behördlicher Auflagen bei der Entwicklung neuer und effektiver Produkte nur mehr eine geringe Rolle. Überdrehte Umweltauflagen lassen viele Neuentwicklungen durchs Raster fallen und treiben die Entwicklungskosten in die Höhe. Wurden in den 1980er Jahren noch vier bis fünf neue Wirkstoffe pro Jahr in Europa entwickelt, bringen die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln seit dem Jahr 2000 jährlich nur noch einen neuen Wirkstoff auf den Markt. Gleichzeitig sank der Anteil an den globalen Investitionen in Europa von 33 auf 7,7 Prozent. Der Vorstand der IG Pflanzenschutz betont, dass in Zukunft nicht mehr ausreichend neue Wirkstoffe für die europäischen Märkte zugelassen werden können. "Die Entwicklung eines neuen Produkts kostet zehn Jahre und 200 Millionen Euro. Allerdings ist auch ein erfolgreich durchlaufener Zulassungsprozess keine Garantie dafür, dass das Produkt dann auch wirklich in der EU verkauft werden darf", so Stockmar. "Sollte es weiterhin keine Planungssicherheit für die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln geben, wird der Anteil der für die EU-Staaten zugelassenen Mittel weiter sinken. Dann können Drahtwurm und Co ungehindert wüten und so die Versorgung der Österreicher mit heimischen Lebensmitteln gefährden", sagt Stockmar abschließend.

Hintergrund:

Die 15 Mitglieder der IG Pflanzenschutz sind die wichtigsten Produzenten und Händler von Pflanzenschutzmitteln in Österreich. Sie beschäftigen rd. 370 Mitarbeiter in Österreich. Den Vorsitz der Gruppe hat Dr. Christian Stockmar von Syngenta inne. Stellvertretend stehen ihm DI Martin Schöpfer von Bayer CropScience sowie KR Andreas Stöckl von Kwizda Agro zur Seite. Innerhalb der IG Pflanzenschutz befassen sich Experten mit unterschiedlichen Themenbereichen, so zum Beispiel im Fachausschuss für Ökologie und Technik (FÖT) oder im Ausschuss für Haus- und Gartenprodukte (H&G). Die heimische Pflanzenschutzmittelbranche erwirtschaftet pro Jahr rund 130 Millionen Euro an Umsatz.

Die Mitglieder der IG Pflanzenschutz sind in alphabethischer Reihenfolge:
BASF Österreich GmbH, Bayer Austria GmbH, BelchimCropProtection GmbH Österreich, Cheminova Austria GmbH & Co KG, COMPO Austria GmbH, Dow AgroSciences GmbH, Du Pont de Nemours (Deutschland) GmbH, Feinchemie Schwebda GmbH, Florissa Handels- und Produktions GmbH, Kwizda Agro GmbH, Monsanto Agrar Deutschland GmbH, Nufarm Austria GmbH & Co KG, SCOTTS CELAFLOR HGmbH, Syngenta Agro GmbH und W. Neudorff GmbH KG.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der Industriegruppe Pflanzenschutz
c/o Daniel Kapp| Strategic Consulting & Responsible Communication GmbH
01 / 23 50 422 - 0
pflanzenschutz@danielkapp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DKA0001