VP-Leeb: Förderung 2.0 - Wieviel Schaden will die SPÖ Wien dem Bildungsstandort Wien eigentlich noch zufügen?

Wien (OTS) - Scharf kritisierte heute die Bildungssprecherin der ÖVP Wien, LAbg. Isabella Leeb, die heute vorgestellten Eckpunkte der ab Herbst 2014 geplanten Gratisnachhilfe an den Volksschulen. "Die vollmundige Ankündigung des Bürgermeisters von flächendeckender Gratisnachhilfe bei der Ruster SPÖ Klausur ist das Eingeständnis des Totalversagens der Wiener SPÖ in der Bildungspolitik und wird auch eindrucksvoll durch die Anzahl an Arbeitslosen sowie Mindestsicherungsbezieher untermauert - in Summe bereits mehr als 300.000 Menschen, die in der Mehrzahl aufgrund geringem Bildungsniveaus am Arbeitsmarkt nur schwer bis gar nicht vermittelbar sind", so Leeb.

Im Hinblick auf die nächsten Wien Wahlen solle nun populistisch versteckt werden, "was mittlerweile allzu offensichtlich ist! Nach der Devise 'haltet den Dieb', will man so vom eigenen Versagen ablenken", so Leeb. Statt individueller Subjektförderung regiere das Gießkannenprinzip: Bis zu 12 (!?) Kinder sollen künftig gemeinsam Nachhilfe erhalten. "Offen ist insbesondere auch, wo Bürgermeister Häupl die dafür angedachten bis zu 400 Lehrer herzaubern will", so Leeb. Die Ankündigung, dass diese aus dem bestehenden Kreis an Lehrern sowie aus neuverpflichteten Lehrern rekrutiert werden sollen, sei jedenfalls ein "schlecht gemeinter Scherz" - ein "Desaster", das ausschließlich zu Lasten der Kinder gehe, habe Wien doch bereits seit Jahren zu wenig Lehrerinnen und Lehrer. Außerdem werde jeder, ob geeignet oder nicht, egal ob bereits mit der Ausbildung fertig oder nicht, eingesetzt. "Ein Blick in den jüngst beschlossenen Stellenplan des Stadtschulrates genügt, um zu erkennen, dass die Förderung 2.0 den Bildungsstandort Wien weiter ins Chaos stürzen wird", so Leeb.

"Bereits jetzt melden sich zahlreiche Direktoren bei uns, die beklagen, auf Weisung des Stadtschulrates Lehrer für die Gratisnachhilfe am Nachmittag umschichten zu müssen", so Leeb. "Leider fehlen diese dann am Vormittag!" Ungeklärt ist für die Wiener Bildungssprecherin auch die Frage der Finanzierung: Zahlt Wien für das eigene Versagen oder lässt sich Wien diese Maßnahme vom Bund im Rahmen der Lehrerfinanzierung abgelten? Doch es gibt für Leeb auch einen positiven Aspekt - so sei die zumindest teilweise Zuweisung der Mittel nach sozioökonomischen Aspekten eine Forderung der ÖVP Wien, die damit erfüllt werde. Offen bleibe dabei jedoch, wer und wie und vor allem wie korrekt man bis Anfang September die Daten zu den sozialökonomischen Aspekten erheben wolle.

Fraglich sei auch, welche Rolle die Volkshochschulen in diesem Projekt spielen werden und ob es sich dabei nicht schlichtweg um eine Quersubventionierung der Volkshochschulen handle. Weiters ist auch die Frage offen, wer eigentlich Nutznießer der Förderung 2.0 sein werde: Kommen dabei nur öffentliche Schulen zum Zug oder auch Schulen privater Träger? Diese decken doch einen nicht unerheblichen Teil aller Schulplätze in Wien ab. 42.000 Kinder besuchen in Wien Schulen privater Träger: "Sind das Kinder zweiter Klasse?", stellt Leeb die Frage.

"Ich fordere Stadtrat Oxonitsch und Bürgermeister Häupl auf, das 'Potemkinsche Dorf' Förderung 2.0 unverzüglich wieder abzureißen. Gehen Sie zurück an den Start. Nutzen Sie Ihre eigene Erkenntnis, im Bildungsbereich versagt zu haben und setzen Sie ehrliche, ernst gemeinte Schritte - anstatt zulasten Wiens billige Wahlkampftricksereien zu veranstalten", so Leeb:

1. Entlasten Sie die Lehrer und setzen Sie endlich Verwaltungspersonal in den Schulen ein, dann können sich die Lehrer auch um Wissensvermittlung statt um bürokratische Angelegenheiten kümmern.

2. Setzen Sie endlich das schon lange von der ÖVP geforderte Modell der Schulsozialarbeit nach Berner Vorbild um. Derzeit gibt es für 599 Wiener Schulstandorte gerade einmal 30 Schulsozialarbeiter. Auch das entlastet die Lehrerinnen und Lehrer massiv und nimmt viel Konfliktpotential aus dem Lehrbetrieb.

3. Ernst gemeinte Fördermodelle funktionieren nicht nach dem Gießkannenprinzip und in Gruppenunterricht von bis zu 15 Kindern. Setzen Sie nicht auf Objekt- sondern auf Subjektförderung. Zielgerichtet, unbürokratisch und individuell etwa mit Nachhilfe-Gutscheinen für Kinder.

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