Kapellari zur Abtreibung: "Auch Embryo ist eine Person"

Grazer Bischof verteidigt in Predigt zum "Tag des Lebens" auch christliches Ehe- und Familienideal

Achtung S p e r r f r i s t 01.06.2014 10:00 Uhr =

Graz, 01.06.14 (KAP) Die katholische Kirche "kann und wird sich mit der Auslöschung noch ungeborener Menschen durch Abtreibung nie abfinden": Eine klare Absage an jede Aufweichung des Lebensschutzes hat Bischof Egon Kapellari am Sonntag im Grazer Dom erteilt. In seiner Predigt zum "Tag des Lebens" am 1. Juni sagte er wörtlich zum Schwangerschaftsabbruch, die Kirche wisse sich "unverzichtbar verpflichtet, in der öffentlichen Meinung mit Argumenten dagegen anzugehen und in Konfliktsituationen ideelle und materielle Hilfe zu geben". Die Kirche halte - ob gelegen oder ungelegen - daran fest, "dass auch der Embryo eine Person ist".

Schon das römische Recht habe ein ungeborenes Kind ("Nasciturus") als vollwertige, z.B. erbberechtigte Rechtsperson anerkannt, wies Kapellari darauf hin, dass die Kirche "keine katholische Sondermoral" vertrete. Sie suche vielmehr Allianzen für Lebensschutz auch jenseits ihrer Einflusssphären. Ebenso entschieden sei der Einsatz der Kirche für geborenes Leben, erklärte der Bischof. Sie helfe auch unzähligen Straßenkinder, Aidswaisen oder Hungernden zu einem "materiell und spirituell besseren Leben".

Ein kirchlicher "Tag des Lebens" müsse besonders auch das Thema Familie ins Gespräch bringen, sagte der Bischof. Das katholische Ideal von Familie werde "heute von vielen als zwar schön, aber unerreichbar angesehen". Dazu Kapellari: "Wir dürfen mit dem Nicht-Idealen, dem Nicht-Gelingenden nicht selbstgerecht umgehen. Wir können aber unsere Prinzipien und unsere Ideale nicht aufgeben." Ehe sei die auf Dauer angelegte Gemeinschaft von Mann und Frau, und eine vollständige Familie sei eine Gemeinschaft von Mann, Frau und Kind, umgeben von konzentrischen Kreisen Verwandter und Freunde. "Patchwork dürfen wir nicht abschätzig beurteilen, aber wir glauben, dass die Gesellschaft und der Staat das Fragmentarische nicht einfach als das Normale bewerten sollen", hielt der Grazer Bischof fest. Auch hier gelte: "Nicht jede Unterscheidung ist eine Diskriminierung."

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