Karriereleiter vs. Mosaikkarriere: Die Arbeitswelt ändert sich dramatisch

Wien (OTS) - Bei einer Veranstaltung im management club am 27. Mai 2014 sprachen AMS-Vorstand Johannes Kopf, Microsoft CTO Harald Leitenmüller und Personalberater Herbert J. Konhäusner über den Wandel der Arbeitswelten, die Bedürfnisse der Generation Y und die Herausforderungen für Staat und Unternehmen.

Die Arbeitswelt ändert sich rasant: Der demographische Wandel, der technologische Fortschritt, die Globalisierung und der Wertewandel wirken sich sowohl auf die Arbeitnehmer als auch auf die Arbeitgeber aus. Der Personalberater Herbert J. Konhäusner von Emenda Consulting Partners/von Rundstedt sieht eine drastische Änderung: "Die Wirkungskette dreht sich: Statt von den ökonomischen Anforderungen ausgehend die Potenzialträger über Stellenanforderungen ausfindig zu machen werden in Zukunft zuerst die Talente und Stärken des Einzelnen identifiziert, die passende Stelle gesucht und nach dem Matching die ökonomischen Anforderungen bewältigt - Der Arbeitsplatz wird quasi rund um das Talent gebastelt."

Die klassische Karriereleiter werde es zwar weiterhin geben, aber besonders für gut qualifizierte Personen rückt die sogenannte Mosaikkarriere in den Fokus. "Die junge Generation der 20- bis 30-Jährigen definiert Karriere anders: Sie verstehen ein erfülltes Leben als Teil der Karriere und können trotz Auszeiten für Weiterbildung oder die Familie eine erfolgreiche Laufbahn verfolgen.", so AMS-Vorstand Johannes Kopf. "Jene Unternehmen, die sich schnell und flexibel an diese Herausforderungen anpassen können, gleichermaßen Zufriedenheit aus der Arbeit für die Beschäftigten und einen hohen Nutzen für das Unternehmen anbieten können, werden davon profitieren.", so Konhäusner.

"Die Bedeutung der Einzelkarriere wird in den kommenden Jahren zurückgehen", meint Microsoft CTO Harald Leitenmüller, "die Teamfähigkeit wir hingegen noch wichtiger werden. Denn nur so kann man erfolgreich den komplexen Anforderungen der heutigen Zeit entgegentreten." Einen Grund dafür sieht er auch in der Änderung der Geschäftsmodelle: Der Trend weg vom Produkt und hin zum Service ist bereits spürbar, Produkte werden in kollaborativen Prozessen mit den Kunden entwickelt. "Wir sehen, dass diejenigen Karriere machen, die Eigenverantwortlich agieren. Sie erwarten sich im Gegenzug auch sehr viel Vertrauen und Freiraum vom Management erwarten."
Vor allem die Personalabteilungen werden eine wichtigere Rolle spielen: Sie müssen neue Prozesse institutionalisieren, die Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen stärken sowie Generationen- und auch Karrieremanagement betreiben. Der demographische Wandel und die unterschiedlichen Erwartungshaltungen der verschiedenen Generationen müssen vom Unternehmen berücksichtigt werden.

Bildung und Weiterbildung spielt eine entscheidende Rolle: "Wir haben ein recht gutes Erstbildungssystem, aber ein kaum existierendes Weiterbildungssystem", so Kopf, "Jedoch spielt der Familienhintergrund eine große Rolle - nicht alle haben die gleichen, fairen Chancen, wie es in einem Land wie Österreich sein müsste." Das Bildungssystem müsse viel mehr darauf abzielen, Neugierde, Lern- und Leistungsbereitschaft beizubringen, denn die Berufsqualifikationsforschung könne nur drei bis fünf Jahre prognostizieren, was oft kürzer ist als die Ausbildungsdauer vieler Berufe.

Bei der Weiterbildung liege die Verantwortung nicht nur beim Individuum, sondern müsse auf allen drei Seiten gleichermaßen steigen: bei den Unternehmen, dem Staat und den Individuen. Zusätzlich dazu und neben einer angemessenen Work-Life-Balance erwarten sich die qualifizierten Bewerber auch noch sinnstiftende Tätigkeiten, oft nehmen sie dann aus Interesse an der Tätigkeit auch Einkommenseinbußen hin. Der Staat muss allerdings auch dazu beitragen, indem er die Gehaltskurve, wie wir sie jetzt kennt, den Bedürfnissen der heutigen Zeit anpasst.

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