Pfotenhilfe kürt Pferd Einstein zum Tier des Monats

4. Juni - Welt Aktionstag für ein Ende der Fiaker Industrie

Wien / Lochen (OTS) - Pünktlich zu Monatsbeginn, wurde in Lochen auch im Juni ein Bewohner der Pfotenhilfe zum Tier des Monats gewählt. Da der weltweite Aktionstag für ein Ende der Fiaker Industrie am 4. Juni stattfindet, ist diesmal die Wahl auf das ehemalige Fiakerpferd "Einstein" gefallen. Der mittlerweile 19-jährige Wallach, musste -wie viele seiner Artgenossen - jahrelang bei Eiseskälte sowie extremer Hitze, Touristen in einer schweren Kutsche durch asphaltierte Straßen schleppen. Als die Gelenke des Pferdes, wegen der jahrelangen Überbelastung, völlig kaputt waren, wurde Einstein verkauft. Trotz gesundheitlicher Probleme wurde das Tier jedoch immer noch geritten und in einer engen, dunklen Box gehalten. Zu guter Letzt wurde das vom Leben gezeichnete Pferd vor zwei Jahren von einer Tierfreundin freigekauft und zur Pfotenhilfe Lochen gebracht, wo Einstein nun auf der großen Weide gemeinsam mit anderen Artgenossen seinen Lebensabend verbringt, einfach Pferd sein kann und es ihm an nichts fehlt.

"Es ist leider immer noch üblich, dass ehemalige Rennpferde nach sechs bis sieben Jahren billig verkauft werden und dann als Fiaker-oder Kutschenpferde zum Einsatz kommen. Obwohl die Tiere zu diesem Zeitpunkt eigentlich längst an ihrem körperlichen Limit angekommen sind", kritisiert Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe. "Da jedoch kaum jemand weiß, dass die Tiere durch ihre Vergangenheit als Rennpferd und die jahrelange Überbeanspruchung bereits geschädigte Gelenke und Wirbelsäule haben, sind Kutschen- und Fiakerfahrten auch heutzutage, sowohl in den Großstädten als auch in ländlichen Tourismusgebieten, immer noch gang und gäbe", so Sautner. Doch das ist laut dem Tierschützer noch nicht das größte Problem. "Abgesehen davon, dass die Tiere bei jeder Witterung mitten im lauten Straßenverkehr stundenlang herumstehen müssen, es laut ist und die schreckhaften Fluchttiere somit extrem gestresst sind, ist dieser Zustand für die Tiere ein extrem unnatürlicher. Pferde sind Bewegungstiere, die in der freien Wildbahn den größten Teil des Tages in der Herde in Bewegung sind, langsam vorwärts gehen und dabei kontinuierlich Futter aufnehmen. Dieses typische, ruhige Vorwärtsgehen des Pferdes bei der Futteraufnahme hat das Tier nur in Bewegung und nicht beim Herumstehen. Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Pferde erst ab einer gewissen Anzahl von Kaubewegungen, die mit Schrittbewegungen einhergehen, das Grundbedürfnis der Tiere abdeckt. Ein Pferd braucht Raufutter und fünfzehn Stunden Fresszeit am Tag um sich wohl zu fühlen, was natürlich bei einem zwölf stündigen Arbeitstag des Tieres nicht möglich ist", erklärt Sautner.

Die Pfotenhilfe richtet sich mit einem klaren Appell an alle Tierfreunde: "Wenn man Pferde mag, dann sollte man nicht mit dem Fiaker fahren" so Sautner. Es gäbe ja mit Liliputbahnen, Rikschas oder modernen Segways und Citybikes genügend alternative Beförderungsmöglichkeiten, die groß und klein eine Freunde machen und nicht auf die Kosten der Tiere gehen. "Möchte man Zeit mit Pferden verbringen, dann hat man die Möglichkeit einen der vielen Gnadenhöfe oder Tierheime zu besuchen. Hier kann man glückliche und entspannte Tiere in einem artgerechten Umfeld kennen lernen. Pferd Einstein kann man beim nächsten Besucherwochenende am 5. und 6. Juli in der Pfotenhilfe in Lochen besuchen. Das Team der Pfotenhilfe und 350 Tiere freuen sich auf Ihren Besuch", so Sautner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Sascha Sautner, sascha.sautner@pfotenhilfe.org, 0664-848 55 61, www.pfotenhilfe.org

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