GÖD-Justizwachegewerkschaft: Justizwache leistet unter schwierigsten Bedingungen hervorragende Arbeit

Zusätzliches Personal für Sicherheit und Betreuung unbedingt erforderlich

Wien (OTS) - Der Vorfall mit dem Insassen in der Justizanstalt Stein ist sehr bedauerlich und, sollten Verfehlungen von Bediensteten vorliegen, so sind diese mit allen dienst- bzw. strafrechtlichen Konsequenzen zu verfolgen. Es darf jedoch nicht sein, dass auf Zuruf von Medien und von politischen Kräften vorläufige Suspendierungen ausgesprochen werden und die betroffenen Kollegen dies aus den Tageszeitungen erfahren müssen! Auch unsere Kolleginnen und Kollegen haben einen Anspruch auf Schutz der persönlichen Menschenrechte. Auch unsere Bediensteten haben Familie und Kinder, auf die Rücksicht genommen werden muss. Das Recht auf Unschuldsvermutung darf nicht nur für Rechtsbrecher sondern muss auch für die Exekutive in den Gefängnissen in Anspruch genommen werden.

"Seit Jahren weist die Justizwachegewerkschaft auf die Problematik des Maßnahmenvollzuges hin, seit Jahren fordert die Justizwachegewerkschaft zusätzliches Personal für Sicherheit und Betreuung und es scheitert immer wieder an budgetären Engpässen. Wenn es jetzt einen sehr bedauerlichen Vorfall gegeben hat, der dieses System in Frage stellt und all ihre Schwächen aufzeigt, werden wieder nur die schwächsten in der Kette zu Verantwortung gezogen. Wenn politische Gruppierungen einen Untersuchungsausschuss für den Strafvollzug fordern, so muss insbesondere die politische Verantwortlichkeit geklärt werden", so Albin Simma, Vorsitzender der Justizwachegewerkschaft.

Der Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft fordert den Gesetzgeber auf, nicht nur die Rechte der verurteilten Straftäter auszubauen sondern auch die Rechte der Bediensteten im Strafvollzug zu schützen. Angespuckt, verletzt oder beleidigt zu werden ohne dass jemand Konsequenzen befürchten muss, ist nämlich für die Kollegenschaft alles andere als lustig.

"99,9 Prozent der 4.000 Bediensteten der Justizwache leisten jeden Tag hervorragende Arbeit. Dies gehört endlich vom Dienstgeber anerkannt. Eine Kriminalisierung und Skandalisierung der Justizwache auf Grund von einzelnen Vorkommnissen wird entschieden abgelehnt!" schließt Simma.

Rückfragen & Kontakt:

Simma Albin
Vorsitzender der Justizwachegewerkschaft in der
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst
Telefon: 0676 8989 17002

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NOB0001