Kärntens Tourismus fordert flexiblere Rahmenbedingungen für Betriebe und Mitarbeiter

Die AK kritisiert Arbeitszeitverstöße in Tourismusbetrieben. Diese sind meist die Folge der bürokratischen und starren Regelungen, mit denen die Branche konfrontiert ist.

Klagenfurt (OTS) - "Wir brauchen im Tourismus künftig bessere Rahmenbedingungen. Derzeit werden wir von Bürokratie und starren Arbeitszeitregeln regelrecht erdrückt", sagt Helmut Hinterleitner, Obmann der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Wenn über Arbeitszeitverstöße in Kärntens Tourismusbetrieben diskutiert wird, wie es bei einem Pressegespräch der Arbeiterkammer Kärnten heute der Fall war, müsse man wissen: Diese Verstöße sind die Folge der enorm hohen Auflagen und Einschränkungen, mit denen die Branche derzeit konfrontiert ist.

Problematisch sei vor allem die Einhaltung der vorgeschriebenen Nachtruhe für die vielen Betriebe, die Halbpension anbieten: "Es wird eine elfstündige Nachtruhe vorgeschrieben, die nur in Ausnahmefällen um eine Stunde verkürzt werden darf. In der Hotellerie ist das aber schwierig, weil die Mitarbeiter gerade während des Frühstücks und dem Abendessen gebraucht werden."
Die derzeitige Regelung sei weder für Betriebe noch Mitarbeiter hilfreich. "Ich stelle ganz klar die Frage: Wollen wir wirklich amerikanische Verhältnisse mit mehreren Teilzeitjobs pro Dienstnehmer? Unser Ziel als Arbeitgeber ist es, Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen und nicht stundenweise Aushilfskräfte zu beschäftigen", so Hinterleitner. Dies sei aber nur möglich, wenn dafür auch die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen setzen sich die WK-Interessenvertreter deshalb dafür ein, die Nachtruhe neu zu regeln - und zwar durch eine Teilungsmöglichkeit der Nachtruhe bei gleichzeitiger Anrechnung der geleisteten Stunden für die Tagesfreizeit. "Konkret würde das dann bedeuten: Wird abends eine Stunde länger gearbeitet, bekommen die jeweiligen Mitarbeiter dann unter Tags eine Stunde länger frei", erklärt Hinterleitner. Gleichzeitig sollte die Nachtruhe für Spitzenzeiten auf acht Stunden verkürzt werden. "So wäre beiden Seiten geholfen: Die Mitarbeiter bekommen zusätzliche Freizeit durch Zeitausgleich und die Unternehmer wären nicht ständig in Gefahr, einen Arbeitszeitverstoß in ihrem Betrieb zu begehen."

Wenig Verständnis zeigte Helmut Hinterleitner dafür, dass die Arbeiterkammer - pünktlich zum Start der Sommersaison - anscheinend für schlechte Stimmung im Tourismus sorgen wolle: "Zufriedene Gäste sind das Wichtigste für unsere Betriebe - und wir alle wissen, dass wir dafür motivierte Mitarbeiter brauchen. Unser Ziel ist es deshalb, alles dafür zu tun, damit die Rahmenbedingungen passen. Was wir aber nicht brauchen, sind Anschüttungen durch den Sozialpartner Arbeiterkammer genau zum Start der Sommersaison. Das Motto sollte lauten: Miteinander - nicht gegeneinander."

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