WKÖ-Schwarzer: Mehr Versorgungssicherheit im europäischen Energieraum

Strategie für Energieversorgung in EU: Sicherheit gewährleisten, Abhängigkeiten reduzieren

Wien (OTS/PWK363) - "Die aktuelle internationale Situation zeigt:
Wir brauchen Maßnahmen, um die Energieversorgung und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Europa zu sichern", so Stephan Schwarzer, Leiter der umwelt- und energiepolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der heute präsentierten Mitteilung der Europäischen Kommission zur Strategie für eine sichere europäische Energieversorgung.

Das Ziel dieser Mitteilung - die die Kommission im Vorfeld der Tagung des Europäischen Rates am 26. und 27. Juni vorgelegt hat -ist, die Belastbarkeit des europäischen Energiesystems zu erhöhen, dadurch mögliche Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden und langfristig die Abhängigkeit im Energiebereich zu verringern.

Wirtschaftsstandort Europa sichern: Sieben Maßnahmen

In der Mitteilung werden sieben Maßnahmen präsentiert, darunter die mittelfristige Stärkung des Energiebinnenmarktes. "Gerade die aktuellen Herausforderungen auf dem Gas- und Strommarkt zeigen: Wir brauchen mehr Europa und mehr Koordination, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Nationale Alleingänge wären ein Schritt in die falsche Richtung", so Schwarzer.

Bei allen Maßnahmen sollte Kosteneffizienz im Fokus stehen, betont der WKÖ-Experte: "Weiter steigende Energiepreise gefährden den Wirtschaftsstandort Europa und die Wettbewerbsfähigkeit. Jede weitere Kostenbürde ist ein Handicap im globalen Wettbewerb".

Zentrale Elemente sind die Diversifizierung der Gas-Versorgungsrouten und der Bezugsländer, die Einbindung von Biogas, wo dies möglich ist, und die Erhöhung der europäischen Produktion. Im Strombereich ist der Ausbau der Stromnetze erforderlich, um Distanzen zwischen starken Aufbringungs- und Verbrauchsregionen zu überbrücken, mittelfristig werden auch Reservekapazitäten aufzubauen sein, die bei Ausfall der volatilen Erzeugungsformen einspringen.

Europaweite Optimierung hilft Kosten sparen

"Der europaweite Ausbau von Erneuerbarer Energie hat in den letzten Jahren erfreulicherweise stark zugenommen. Dieser Aufwärtstrend soll fortgesetzt werden, wobei sinkende Produktionskosten an die Verbraucher weitergegeben werden sollen", betont Schwarzer. Die Weichen für die europaweite Öffnung der Ökostromförderung wurden bereits durch die Leitlinien für Umwelt- und Energiebeihilfen gestellt. Um die Abhängigkeit bei der Energieversorgung zu verringern, sollten auch Energieeffizienzeinheiten europaweit dort produziert werden, wo sie am kostengünstigsten sind, hält Schwarzer fest.

Abwärmepotenziale nutzen

"Im Wärmebereich muss im Vordergrund stehen, zuerst Abwärmeüberschüsse insbesondere aus industrieller Prozesswärme zu nutzen, bevor mit hohen Kosten Heizwerke für Gas oder Biomasse gebaut werden. So kann auf unnötigen Energieaufwand verzichtet werden, ohne Konsumenten zu belasten." (PM)

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