Prammer und Steixner präsentieren "Demokratieforum Österreich"

Ausstellung der Architekturideen vor dem Parlament bis 4. Juni

Wien (PK) - "Wir brauchen junge Demokratinnen und Demokraten, damit uns die Demokratie nicht abhanden kommt", sagte heute Barbara Prammer bei der Präsentation des Architekturprojekts "Demokratieforum Österreich", das heute von der Nationalratspräsidentin und von Gerhard Steixner, Universitätsprofessor an der TU Wien, im Pressezentrum des Parlaments vorgestellt wurde.
450 Studierende haben sich darin im Rahmen der Lehrveranstaltung "Studio Hochbau" mit Möglichkeiten von politischer Partizipation und Mitgestaltung für junge Menschen beschäftigt. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie sind 237 Entwürfe für einen Ort der Demokratievermittlung. Neun davon wurden repräsentativ ausgewählt und können ab heute Nachmittag in einem Ausstellungspavillon vor dem Parlament besichtigt werden.

Prammer: Junge Menschen zu Partizipation anspornen

Prammer zeigte sich erfreut über die Kooperation zwischen dem Parlament und der Technischen Universität Wien bei diesem Projekt zur Demokratievermittlung. Es gehe in erster Linie darum, dass sich junge Menschen überlegen, wo Demokratie stattfinden kann, betonte sie und bemerkte, politische Partizipation und Mitbestimmung benötigten auch physische Orte und Räumlichkeiten. Zentraler Ort der Demokratie sei dabei das Parlament, es brauche aber noch andere Andockstellen, so die Nationalratspräsidentin. Ein großes Anliegen sei ihr, dass junge Menschen angespornt werden, am politischen Prozess zu partizipieren. Dem Parlament könne nichts Besseres passieren, als dass sich Kinder und Jugendliche im Hohen Haus aufhalten und sich von Grund auf mit Demokratie und politischer Mitgestaltung auseinandersetzen. Prammer verwies dabei auf die regelmäßig im Hohen Haus stattfindenden Ehrungen von Demokratiewerkstatt-Profis. Ein Titel, der SchülerInnen zwischen 8 und 15 Jahren bestätigt, dass sie sich umfassend mit den Themen Parlament, Partizipation oder Europa auseinandergesetzt haben. "Das Haus lebt mit den Kindern und Jugendlichen", so die Nationalratspräsidentin.

Steixner: Möglichkeiten der Mitgestaltung von Jugendlichen ausweiten

"Die Projekte spiegeln die Befindlichkeit dieser Generation wider", erläuterte Universitätsprofessor Gerhard Steixner die Ergebnisse der Architekturstudie. 99 % der Studierenden hätten sich in ihren Ideen für eine öffentliche und zeitgemäße Nutzung ausgesprochen, informierte er und wertete die Entwürfe als beachtlich. Breite Bildung und Ausbildung seien eine der Grundlagen für die Partizipation am politischen Prozess, so Steixner. Das Architekturinstitut der TU-Wien nehme die Möglichkeit wahr, eine große Zahl der nächsten Generation durch entsprechende Architekturprojekte mit kultur-, gesellschafts- und sozialpolitischen Fragestellungen zu konfrontieren. Das Misstrauen gegenüber repräsentativen parlamentarischen Demokratien wachse, deswegen müssten die Möglichkeiten der Mitbestimmung und aktiven Teilhabe der Jugend an demokratischen Prozessen radikal ausgeweitet werden, sagte Steixner und betonte, dass es dafür einen gemeinsamen Rahmen und eine physische Präsenz brauche. Ziel der Studie sei die Anregung einer öffentlichen Diskussion zur Realisierung eines Demokratieforums in Wien, so Steixner.

Ausstellungseröffnung "Demokratieforum Österreich"

Die ausgewählten Entwürfe werden für eine Woche, bis 4. Juni 2014, in einem Pavillon vor dem Parlament bei der Rampe zu sehen sein. Eröffnet wird die Ausstellung von Nationalratspräsidentin Prammer heute um 17.00 Uhr im Pressezentrum. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wird es eine Podiumsdiskussion mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst geben. Der Leiter des Lehrstuhls "Hochbau - Konstruktion und Entwerfen" der TU Wien, Gerhard Steixner, wird einführende Worte sprechen. An der Podiumsdiskussion, die von Joachim Riedl moderiert wird, nehmen der Rechts- und Politikwissenschaftler Manfried Welan, die Schülerin und Poetry-Slammerin Marlene Prinz sowie VertreterInnen der Fachschaft Architektur TU Wien und der Österreichischen HochschülerInnenschaft teil.

Ein Architekturprojekt zur Demokratievermittlung

Die Aufgabe war, einen neuen Gebäudetypus zu entwerfen, in dem vor allem Veranstaltungen zur Förderung der politischen Artikulation und Partizipation junger Menschen abgehalten werden. Ein Veranstaltungsraum, eine Bibliothek und ein Ausstellungsraum sollte das Demokratieforum ebenso beinhalten wie Büro- und Seminarräumlichkeiten. Fiktiver Schauplatz für einen Ort der politischen Partizipation und Vermittlung von Demokratie war der Grete-Rehor-Park zwischen dem Parlament und dem Justizpalast.

Die Abteilung Hochbau 2, die von Steixner geleitet wird, bietet für ihre Studierenden diese Art von Entwurfsübungen in jedem Wintersemester an. Die Lehrveranstaltung orientiert sich inhaltlich an kultur- und gesellschaftspolitisch relevanten sowie städteräumlich aktuellen Themenstellungen. (Schluss) keg

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