ÖAMTC: Lkw-Fahrverbot auf der dritten und vierten Autobahnspur nicht ausreichend

Club fordert weitere Forcierung von Projekten zur Verbreiterung von zweistreifigen Strecken mit hoher Lkw-Belastung

Wien (OTS) - Ab 1. Juni ist für Lkw über 7,5 Tonnen das Überholen auf der dritten bzw. vierten Spur einer Autobahn verboten. "Das ist immer noch nicht ausreichend", sagt ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer. "Denn das Problem sind nicht die mehrspurigen Autobahnen, sondern die zweispurigen." Die Asfinag zeigte sich Dienstag in einer Aussendung zuversichtlich, dass die gesetzliche Neuregelung "Elefanten-Rennen", die zu gefährlichen Situationen und schweren Unfällen führen, einschränken werde. Für den ÖAMTC-Chefjuristen kommt der Jubel zu früh. Er sieht weiteren Handlungsbedarf: "Die wirklich lästigen 'Elefanten-Rennen' finden auf den zweispurigen Autobahnen statt. Für diese gilt die Neuregelung jedoch nicht."

Das Gesetz auf zweispurige Autobahnen auszuweiten, sei aber keine sinnvolle Option. "Wenn alle Lkw aufgefädelt auf der äußersten Spur fahren, würde das das Chaos nur verstärken", so der ÖAMTC-Chefjurist. Hoffer plädiert stattdessen, die laufenden Projekte zur Verbreiterung der zweispurigen Autobahnen zügig voranzutreiben. "Zudem gibt es die Möglichkeit, risikoreiche, zweispurige Autobahnabschnitte zu evaluieren und individuell Fahrverbote bzw Überholverbote zu verordnen", resümiert der ÖAMTC-Experte.

Auf dem Netz der Asfinag sind jährlich rund 19 Millionen Lkw unterwegs. Von den mehr als 4.000 Kilometern Richtungsfahrbahn im österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetz weisen laut Asfinag nur 700 Kilometer drei Fahrstreifen und 40 Kilometer vier Fahrstreifen auf. Immer wieder kommt es auf den Autobahnen und Schnellstraßen zu brenzligen Situationen durch überholende Lkw. Der große Geschwindigkeitsunterschied von Lkw und Pkw, vor allem beim Spurwechsel, ist meist ausschlaggebend für Konflikte und Gefahren.

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