- 25.05.2014, 23:00:31
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Neues Volksblatt: "Inhalt vor Gesicht" von Markus EBERT
Ausgabe vom 26. Mai 2014
Utl.: Ausgabe vom 26. Mai 2014 =
Linz (OTS) - Oberlehrerhaft, redet zu lange, zu spröde: Othmar Karas,
Spitzenkandidat der ÖVP für die geschlagene EU-Wahl, musste sich im
Wahlkampf durchaus unfreundliche Attribute anhören. Dass ihm auf der
anderen Seite aber höchste Kompetenz als EU-Politiker bescheinigt
wurde, beweist vor allem eines: Auch Sachpolitik ist offenbar so
verkaufbar, dass man damit eine Mehrheit der Wähler erreicht. Dass
das von vielen Meinungsforschern prognostizierte Kopf-an-Kopf-Rennen
zwischen Karas und SPÖ-Spitzenmann Eugen Freund am Wahltag nicht
stattgefunden hat, ist somit auch ein Sieg von Inhalt über ein
bekanntes TV-Gesicht. Für die Bundes-ÖVP sollte der Wahlsieg von
Karas Ansporn sein, die Querschüsse gegen den auch oft als zu spröde
empfundenen Parteiobmann Michael Spindelegger endgültig einzustellen
und ihn vielmehr in seiner Art, Politik zu machen, zu unterstützen.
Für die FPÖ hat die EU-Wahl eine Standortbestimmung für Parteichef
Heinz-Christian Strache gebracht; er war der eigentliche
Spitzenkandidat, freilich nicht mit Blickrichtung Europa, sondern mit
Blickwinkel Innenpolitik.
Aufatmen können die Grünen, die sich die Neos doch respektabel vom
Leib gehalten haben.
Was auch nicht unter den Tisch gekehrt werden darf: Zusammengerechnet
kommen die pro-europäischen Parteien in Österreich auf gut drei
Viertel der Wählerstimmen. Das kann sich sehen lassen.
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