Betriebsrat: ÖBB verweigern Übernahme der Kosten von Schutzimpfungen für ZugbegleiterInnen

Betriebsrat der ZugbegleiterInnen fordert eindeutige gesetzliche Regelung, um Schutzmaßnahmen zu erzwingen

Wien (OTS/ÖGB) - "Obwohl die tätlichen Übergriffe auf die ÖBB-Zugbegleiter immer brutaler werden, verweigert das Management der ÖBB Personenverkehr AG die Übernahme der Impfstoffkosten für Hepatitis-Schutzimpfungen", ist Helmut Radlingmayr, Zentralbetriebsratsvorsitzender der ÖBB Personenverkehr AG, empört.++++

Unter fadenscheiniger Berufung auf Empfehlungen der Arbeitsmedizin, verweise das Management darauf, dass sich die MitarbeiterInnen die Impfungen ja auch aus der eigenen Tasche bezahlen könnten. "Derartiger Zynismus ist völlig inakzeptabel", so Radlingmayr, da anderen ÖBB-Berufsgruppen der Kostenersatz für diese freiwillige Impfung sehr wohl vom Unternehmen gewährt werde. ****

"Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter arbeiten im direkten Kundenkontakt. Wenn man nicht selbst dabei war, kann man sich kaum vorstellen, was die Kolleginnen und Kollegen da alles erleben und aushalten müssen", so der Betriebsrat. Die Gefahrenquellen reichten von Anspucken über Beißen bis hin zu gewalttätigen Attacken. "Da ist es doch wohl das Mindeste, dass diese Schutzimpfungen vom Unternehmen bezahlt werden, um gesundheitliche Risiken im Beruf zu reduzieren", fordert Radlingmayr.

"Schließlich geht es auch darum, dass Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter oft Ersthelfer bei Erkrankungen oder Unfällen sind." Diese stichhaltigen Argumente und Fakten dürften vom Management nicht einfach aus Spargründen vom Tisch gewischt werden, kritisiert der Zentralbetriebsratsvorsitzende.

Radlingmayr fordert eine gesetzliche Regelung, damit in solchen Fällen endlich Klarheit herrsche. Schließlich seien alle Beschäftigten, die Dienst am Kunden versehen, in ihren unterschiedlichen und mitunter schnell wechselnden Arbeitsumgebungen besonders häufig in Konfliktsituationen involviert und mitunter von Gewalt am Arbeitsplatz betroffen bzw. mit Erkrankungen von Fahrgästen oder Unfällen konfrontiert. "Gäbe es dazu schon unmissverständliche gesetzliche Regelungen, könnten sich Arbeitgeber nicht mit fadenscheinigen Argumenten aus ihrer Verantwortung stehlen", sagt Radlingmayr.

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