Normen tragen wesentlich zum Exporterfolg Vorarlberger Unternehmen bei

Nationale Normungsstrategie soll helfen, marktreife Innovationen zu europäischen und internationalen Standards zu machen

Dornbirn (OTS) - Bei einer Podiumsdiskussion am Montag, 19. Mai 2014, im Dornbirner LifeCycleTower haben Austrian Standards, Wirtschaftskammer Vorarlberg und führende Unternehmen die Normung einem kritischen Reality-Check unterzogen. Vorarlbergs Unternehmen rangieren im Bundesländervergleich nur an 7. Stelle, wenn es darum geht mitzubestimmen, was in Österreich, Europa oder weltweit Standard wird. Trotzdem haben Leitbetriebe wie Doppelmayr bei Seilbahnen oder Rhomberg Bau mit Cree im innovativen Holzbau international Standards gesetzt.

Während der letzten Monate war eine angeregte Diskussion über Normen und Normung entstanden. Vor allem in Vorarlberg wurde die Rolle von Normen im Zusammenhang mit billigerem Bauen und Wohnen hinterfragt. Austrian Standards, das österreichische Normungsinstitut, nahm die Skepsis der Vorarlberger ernst und lud zur Podiumsdiskussion, um die Relevanz der Normung für Vorarlbergs Wirtschaft zu diskutieren.

Rund 50 Gäste aus Wirtschaft und Politik fanden sich Montagnachmittag im LifeCycle Tower in Dornbirn ein, um die angeregte Podiumsdiskussion unter der Leitung von Andreas Scalet zu verfolgen oder selbst mitzudiskutieren. Die Experten am Podium waren sich einig, dass Standards einen wichtigen Stellenwert als Wirtschaftsmotor haben und somit eine Grundlage für Innovationen darstellen. Durch eine international ausgerichtete Normungsstrategie sollen Standardisierungsprozesse noch näher an Forschung und Entwicklung angedockt werden. Das vordergründige Ziel ist, Innovationen den Weg zu Markt- und Exportreife zu vereinfachen.

Austrian Standards sieht sich in diesem Zusammenhang als Sprungbrett zur europäischen und internationalen Normung. "Standards sind Normen und Regelwerke, bringen Wettbewerbsvorteile, erleichtern den Export und den Zugang zu neuen Märkten", sagte Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin von Austrian Standards, und fügte hinzu:
"Interessenvertretungen sollen die besten Köpfe in die Komitees entsenden." Insgesamt sorgen Normen in Österreich für ein jährliches Mehr an innovativer Wirtschaftsleistung in der Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro.

Auch Christoph Hinteregger, Spartenobmann Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg betont, dass Österreichische Experten dorthin entsendet werden müssen, "wo die Musi spielt, also nach Europa." Das ginge über Austrian Standards, dessen Mitarbeiter sehr gut dabei beraten, wie die von Österreich Delegierten am besten die österreichischen Interessen einbringen können. Hinteregger ist zugleich technischer Leiter der Firma Doppelmayr. Der Seilbahnhersteller beeinflusste die weltweit beachteten und anerkannten Europäischen Seilbahnnormen maßgeblich. Hinteregger forderte, dass Wege gesucht werden, wie auch die Interessen der KMU in den nationalen aber vor allem in den europäischen Normungsprozess systematisch einfließen können.

Kritisiert wurde in letzter Zeit, dass es im Bereich Bau zu viele Normen gäbe. Stampfl-Blaha sagte, das "Norm-Entwurf-Portal ist der Elchtest" für die Sinnhaftigkeit von Normen. Jede Bürgerin und jeder Bürger könne zu Norm-Entwürfen Stellung nehmen. Baulandesrat Harald Sonderegger hob hervor, dass aus Vorarlberg bereits 54 Vorschläge zur Vereinfachung des Regelwerks rund ums Bauen gekommen sind. "Schön wäre es, wenn es jährlich zehn konkrete Vorschläge gäbe, welche Normen man weglassen kann", so Sonderegger. Stampfl-Blaha resümierte:
"Wir nehmen aus der Diskussion mit, dass die Dinge klarer und einfacher auf den Punkt gebracht werden müssen und werden dies auch in die Komitees tragen."

Zahlen und Fakten zur Normung in Vorarlberg

Insgesamt nehmen 56 Vorarlberger Organisationen aktiv an der Normung teil. 61 Personen wurden in die Komitees von Austrian Standards nominiert, wobei sich 26 Personen bei CEN und 6 bei ISO als Delegierte engagieren. Die Fachbereiche, in denen die entsendenden Organisationen aktiv sind:

  • Seilbahnen, Seilförderanlagen, Pistenleitsysteme, Schneesport;
  • Maschinenbau, Eisenbahnwesen, Förderanlagen, Kräne, Aufzüge, Erdbaumaschinen;
  • Licht, Beleuchtung, IT Systeme;
  • Holz, Möbel;
  • Wärmeschutz und Energieeffizienz von Gebäuden, Abdichtungen.

Gemessen an der Einwohnerzahl liegt Vorarlberg im Vergleich mit den anderen Bundesländern bei der Anzahl der Teilnehmenden an 7. Stelle vor Kärnten und Burgenland.

Gemessen am Bruttoregionalprodukt (gemäß Statistik Austria 2011) platziert sich Vorarlberg an 8. Stelle knapp hinter Kärnten und vor dem Burgenland.

Die Bezieher der Normen stammen aus den Bereichen Bau (inklusive Produktion von Bauprojekte), Land, Produktion, öffentliche Krankenanstalten und anderen soziale Einrichtungen, Transporteinrichtungen, Kommunalbetriebe, technische Büros und Planungsbüros.

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Austrian Standards
Dr. Johannes Stern
Tel.: Tel.: +43 1 213 00-317
j.stern@austrian-standards.at

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