Grüne: Geplantes Projekt am Mölltaler Gletscher ist UVP-pflichtig

Johann: "Schultz-Projekte sind für ihren Jo-Jo-Effekt bekannt!"

Klagenfurt (OTS) - "Schultz-Projekte in Kärnten und Tirol sind für ihren Jo-Jo-Effekt bekannt: Bei der Präsentation sind sie übergewichtig. Fürs behördliche Genehmigungsverfahren magern sie um überflüssige Hektar ab, um die ab 20 Hektar Projektfläche vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung zu umgehen. Bei der Umsetzung sind sie dann wieder ganz dick da", erklärt LAbg. Michael Johann, der Vorsitzende des Naturschutz- und Umweltausschusses, zum jetzt endlich eingereichten Schultz-Projekt am Mölltaler Gletscher.

So wurde in Osttirol beim Zusammenschluss des Schigebietes Kals-Matrei ein Projekt mit 18 Hektar Fläche eingereicht, eine UVP hätte bei 20 Hektar durchgeführt werden müssen. "Bei der Endvermessung des fertigen Projekts wurde dann eine UVP-relevante Fläche von fast 28 Hektar festgestellt, weil das Projekt anders als genehmigt durchgeführt wurde und Pisten errichtet wurden, für die die behördlichen Bescheide fehlten. Teilweise wurden schon wenige Tage nach dem Vorliegen von Bescheiden die Projekte abweichend von den erteilten Genehmigungen durchgeführt, in vielen Fällen ohne den Konsens der Behörde. Dies wurde auch vom Tiroler Rechnungshof in einer Prüfung beanstandet", berichtet Johann.

Ähnliches ist nun beim Projekt in der Kleinfragant zu befürchten. Bis gestern lag weder ein naturschutzrechtlicher Antrag, ein seilbahnrechtlicher Antrag noch ein Antrag auf ein UVP-Feststellungsverfahen bei den zuständigen Behörden vor.

"Während in den ursprünglichen Projektpräsentationen noch von einer Projektfläche von 36 Hektar die Rede war, ist dieses bei der Einreichung auf ein Skelett von 18 Hektar abgemagert, um eventuell die ab 20 Hektar vorgeschriebene UVP zu umgehen? Dieses Diät-Projekt kann aber in der Praxis so nicht umgesetzt werden, weil bei dann bei mehr als 8 Kilometer Länge die Pisten inklusive berg- und talseitiger Böschungen durchschnittlich nur etwa 20 Meter breit sein dürften. Bauwege, Lawinenverbauten und Leitungstrassen sind da noch nicht einberechnet. Die Gewichtszunahme bei der Umsetzung des Projektes ist damit vorherbestimmt!" kritisiert Johann.

Der morgige Wirtschaftsausschuss des Kärntner Landtags findet auf Antrag der ÖVP in Flattach statt. Dabei soll ein Ortsaugenschein hinsichtlich des geplanten Schipisten-Projekts in der Kleinfragant vorgenommen werden. Johann sieht dem mit Spannung entgegen, denn er kennt das Gelände: "Mächtige und labile Gletschermoränen stellen die Projektanten vor allem im unteren Bereich der geplanten Talabfahrt vor fast unlösbare geologische Herausforderungen. "Es wäre grob fahrlässig, durch dieses extreme Gelände eine Talabfahrt zu bauen. Zahlreiche Hanganrisse zeugen von extremer Rutschgefährdung, auch die Sicherheit des Kelag-Speichers Haselstein muss hier im Auge behalten werden."

Der Link zum Bericht des Tiroler Rechnungshof (besonders spannend der Zusammenschluss Kals Matrei ab Seite 63):
https://www.tirol.gv.at/fileadmin/landtag/landesrechnungshof/download
s/ber_2013/E2012_LT-0104-71_Sonderpruefung_Schultz_Berichtsteil_4_.pd f

Link zur Petition zum Schutz der Kleinfragant:
https://secure.avaaz.org/de/petition/An_die_Kaerntner_Landesregierung
_und_den_Kaerntner_Landtag_Rettet_die_KleinFragant_vor_der_Zerstoerun g/?fbss

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