"Missio" macht Leidensweg von Flüchtlingen nachvollziehbar

"Missio-Truck" zeigt Fluchtstationen interaktiv und multimedial

Wien, 19.05.14 (KAP) Im "Missio-Truck", einem in sechs Räume unterteilten Sattelschlepper, können Interessierte seit Mai konkrete Schicksale von Flüchtlingen aus dem Ostkongo nachvollziehen - über Computerspiele, Hörbeispiel, interaktive Bildschirme und Ausstellungsobjekte. Mit dieser Initiative möchte "Missio" (die Päpstlichen Missionswerke) Besucher dazu ermutigen,"die Flüchtlingsthematik nicht nur aus der Ferne zu betrachten, sondern vor allem auch menschlich, um die eigene, ganz persönliche Verantwortung wahrzunehmen", wie Nationaldirektor Leo Maasburg am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien betonte.

Der "Missio-Truck" tourt noch bis 15. Juni sowie dann wieder von 15. September bis 19. Oktober durch Österreich und macht vor Schulen und an öffentlichen Plätzen halt.

Informationen aus erster Hand über den Kongo gab Fancois-Xavier Maroy Rusengo, Erzbischof der Diözese Bakavu. In seinem Heimatland herrschen seit Jahren erbitterte Kämpfe zwischen zahlreichen Rebellengruppen. Obwohl es in dem 70 Millionen-Einwohner Land rund 400 verschiedene Stämme gibt, stehe hinter den Kämpfen kein ethnischer Konflikt, betonte der 2012 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnete Erzbischof. Grund sei viel mehr die Gier nach dem Rohstoff Coltan, nach Gold und Diamanten. Maroy klagte an, dass Rebellen gezielt jene Gebiete erobern, in denen das wertvolle Coltan zu finden ist. "Auch internationale Konzerne heizen den Konflikt indirekt an, indem sie die Rohstoffe unter dem Weltmarktpreis bei den Rebellengruppen kaufen und steuerfrei ins Land bringen", kritisierte der Erzbischof.

Leitragende in dem Konflikt seien vor allem die Menschen in den Dörfern. Vergewaltigungen und Massaker würden als Waffe eingesetzt, um die Familien aus den Abbaugebieten zu vertreiben. Gewalt, Morde, Zwangsrekrutierungen von Kindern und Verschleppungen stünden dabei an der Tagesordnung, so Maroy.

(Infos: http://missio.at/flucht)

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