Gewerkschafts-Weltkongress: Die Macht der ArbeitnehmerInnen stärken

Michael Sommer: Vereinte Nationen der ArbeitnehmerInnen

Wien (OTS/ÖGB) - Unter dem Motto "Building Workers' Power" wurde am 18. Mai der 3. Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) in Berlin eröffnet. Die Stärkung der ArbeitnehmerInnenrechte, die Schaffung von Arbeitsplätzen, sichere Einkommen und sozialer Schutz werden im Zentrum der Debatten stehen. Ein weiterer Schwerpunkt der rund 1.500 Delegierten aus allen Teilen der Erde wird die Stärkung der Gewerkschaften weltweit sein.

"Wir sind die Vereinten Nationen der arbeitenden Menschen, und wir sind stolz darauf", sagte der scheidende Präsident des IGB, Michael Sommer, in seiner Eröffnungsrede. 2006 sei es bei der Gründung des IGB in Wien gelungen, die weltweite Interessenvertretung der arbeitenden Menschen zu einen. In einem Rückblick auf die Finanzkrise sagte Sommer, diese habe laut Internationaler Arbeitsorganisation ILO 60 Millionen Menschen zusätzlich in Armut gestürzt. "Die Krise hat die Ungleichheit auf der Welt massiv verschärft." Als Lösung der Krise sei den Regierungen nur Austeritätspolitik eingefallen, "das ist eine Umschreibung für Angriffe auf die Tarifsysteme und Arbeitnehmerrechte. Das ist Neoliberalismus pur, und das ist die falsche Medizin aufgrund falscher Diagnosen. Die Welt braucht die richtigen Diagnosen und die richtige Medizin."

Sommer sprach angesichts des Minenunglücks in der Türkei auch die schlechten Arbeitsbedingungen an, die weltweit immer noch Leben fordern würden. "Wir trauern um die durch schlechten und fehlenden Arbeitsschutz ermordeten Minenarbeiter in der Türkei, um nepalesische Bauarbeiter, um Näherinnen in Bangladesch, Bauarbeiter in Katar. Sie alle bezahlen mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben dafür, dass sie zur Arbeit gegangen sind. Wir werden so lange kämpfen, bis die Würde der Arbeit auf jedem Kontinent respektiert wird."

Gewerkschaftsbewegung ist Gegengewicht zu Ungleichheit

Auch der deutsche Außenministers Frank-Walter Steinmeier sprach das Minenunglück in Soma an: "Das Zusammentreffen des IGB fällt in eine tragische Woche, denn in der Türkei sind 300 Kumpel ums Leben gekommen." Sichere Arbeitsbedingungen sei eine der vielen Aufgaben, um die der IGB kämpfe, umso bitterer sei der Rückschlag in Soma, und umso stärker, so Steinmeier, der Wille, für sichere Arbeitsbedingungen weltweit zu kämpfen. "Der Einsatz des IGB für sichere Arbeitsbedingungen wird sich lohnen, ein wichtiger Bereich dabei ist der Sport." Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sei es ein wichtiges Signal, wenn der IGB dafür kämpfe, dass diejenigen, die die sportlichen Großereignisse mit ihrer Arbeit erst möglich machen, nicht selbst darunter leiden müssten.

"Die Schere zwischen arm und reich ist in letzten Jahrzehnten weiter aufgegangen", sprach Steinmeier die wachsende Ungleichheit an. "Das ist eine Bedrohung für den sozialen Frieden. Ungleichheit spaltet Gesellschaften, in Gewinner und Verlierer, in oben und unten." Daher sei die Sache der Gewerkschaften umso wichtiger, umso vernehmbarer müsse die Stimme der ArbeitnehmerInnen national und international erklingen. "Die Ungleichheit braucht ein Gegengewicht und das ist eine starke Gewerkschaftsbewegung", so der deutsche Außenminister.

Der IGB-Kongress wird bis Freitag, 23. Mai, fortgesetzt, die Beschlussfassung des aktuellen Programms und die Wahlen sind am 23. Mai vorgesehen Der ÖGB ist u. a. mit Präsident Erich Foglar, ÖGJ-Vorsitzendem Sascha Ernszt und Leitendem Sekretär Bernhard Achitz vertreten.

Informationen zum IGB-Kongress: http://congress2014.ituc-csi.org

Fotos: https://www.flickr.com/photos/ituc/sets/72157644310819289/

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