Fernsehgottesdienst: Appell zur Teilnahme an EU-Wahlen

Übertragung aus Wiener Franziskanerkirche - P. Wegleitner: "Europa wird in eine gute Zukunft haben, wenn es auf einem christlichen Weg geht"

Wien, 18.05.14 (KAP) Eine Woche vor den EU-Wahlen appelliert die Katholische Kirche erneut an die Unionsbürger, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. "Wählen zu gehen ist ein hohes Gut und ein demokratisches Recht. Gehen Sie wählen, nehmen Sie dieses Recht in Anspruch", formulierte der Franziskanerpater Gottfried Wegleitner diesen Appell im Rahmen eines von ORF und ARD übertragenen Fernsehgottesdienstes aus der Wiener Franziskanerkirche. Er könne die Sorgen und Zweifel vieler Christen verstehen, so der Guardian des Wiener Klosters, "ob der Weg der Union ein christlicher sein wird". Er sei jedoch überzeugt, dass "das Evangelium die Seele Europas" sei: "Europa wird eine gute Zukunft haben, wenn es auf einem christlichen Weg geht."

Zugleich räumte P. Wegleitner den Bedeutungsverlust einiger zentraler christlicher Anliegen in Europa ein: So stehe der arbeitsfreie Sonntag zusehens unter Druck; gleiches gelte für die Idee der Familie und den Lebensschutz. "Wir Christen lassen uns den Sonntag als Tag des Herrn, als Tag des Menschen nicht nehmen". Im Blick auf die Familie unterstrich P. Wegleitner, dass Europa "stabile Familien" brauche, da nur diese den Aufbau einer "stabilen Gesellschaft" garantieren könnten. Beim Thema Lebensschutz gelte es, sich christlicherseits für den umfassenden Schutz des menschlichen Lebens "von der Zeugung bis zum letzten Atemzug" einzusetzen.

Neben diesen Abbrüchen erinnerte P. Wegleitner aber auch an die "fundamentalen Werte in der Europäischen Union", die der christlichen Tradition erwachsen seien. So sei die Idee der Menschenwürde "im christlichen Kulturkreis entstanden", gleiches gelte für das friedliche Zusammenleben der Völker: Nach dem Zweiten Weltkrieg seien es vor allem christliche Politiker wie Konrad Adenauer, Alcide De Gasperi und Robert Schuman gewesen, die ein Europa gegen den Krieg errichtet hätten. In Österreich sei diese Idee etwa vom Franziskanerpater Petrus Pavlicek, dem Gründer des "Rosenkranz-Sühnekreuzzugs um den Frieden in der Welt", aufgegriffen und gefördert worden.

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