Lueger: Opferschutz ausbauen - Täterarbeit integrieren

Floridsdorfer ExpertInnen-Diskussion zu "Gewalt in der Familie

Wien (OTS/SK) - Im Rahmen des mittlerweile bereits seit dreißig Jahren stattfindenden "Sozialvormittages" in Floridsdorf wurde in dieser Woche auf Einladung des Bezirksvorstehers Georg Papai das Thema "Gewalt in der Familie" diskutiert und unter besonderem Engagement der MitarbeiterInnen von zuständigen Magistraten, NGOs und Polizei beraten. "Österreich ist im Vergleich zu anderen europäischen Staaten noch immer ein sicheres Land, aber jeder einzelne Übergriff ist einer zu viel", so die SPÖ-Familiensprecherin Angela Lueger. Ausgangslage für die konstruktive und breite Diskussion war die bisher größte Studie der Europäischen Union, in der 42.000 Frauen in 28 Mitgliedstaaten zum Thema Gewalt befragt wurden. "Das erschreckende Ergebnis dieser Studie zeigt, dass 62 Millionen Frauen in der EU seit ihrem 15. Lebensjahr zumindest einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden sind", sagte Lueger. ****

Die SPÖ-Familiensprecherin betonte, dass in Österreich in der Vergangenheit seitens der Politik viel auf den Weg gebracht worden ist, insbesondere in Wien. So gibt es seit 1989 auf Initiative der SPÖ ein Gewaltverbot in der Familie. "Gesetzliche Rahmenbedingungen bewirken gesellschaftspolitische Veränderungen. Die Politik hat damit ein klares gesellschaftspolitisches Zeichen gesetzt", sagte Lueger. Insgesamt gibt es 390 Familien- und Partnerberatungsstellen und erst kürzlich wurde das Betretungsverbot von Wohnungen auch auf Schulen ausgeweitet. Daneben hat das Wegweiserecht eine besondere Bedeutung für den Opferschutz. Lueger würdigte die engagierte Arbeit zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vieler Institutionen, die sich speziell für den Opferschutz, insbesondere der Frauen und Kinder einsetzen. Als ehemalige SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin erläuterte Lueger auch die Bedeutung des Jugendwohlfahrtsgesetzes, das zum Kinder- und Jugendhilfegesetz weiterentwickelt wurde.

Neben dem Opferschutz kommt der Täterarbeit besondere Bedeutung zu. "Die Opferrechte müssen weiterhin ausgebaut werden, aber künftig müssen wir auch den Fokus auf die Täterarbeit legen", so Lueger. Die ExpertInnen haben gemeinsam mit der Politik Forderungen entwickelt. Unter anderem sollen die beteiligten Institutionen besser bekannt gemacht werden, die Versorgung von Kindern gefördert und kurzfristigere und schnellere Hilfe angeboten werden. Darüber hinaus wurde festgehalten, dass eine bessere Vernetzung zwischen den Institutionen trotz eines klaren Bekenntnisses zum Datenschutz wesentliche Verbesserungen für alle Beteiligte bringen würde.

"Forderungen, die sich ganz besonders die Familienministerin zu Herzen nehmen sollte, statt die Abschaffung eines Feiertags zu fordern", so Lueger abschließend. Bedauert wurde von Lueger, dass außer der SPÖ niemand der anderen Parteien der Einladung des Bezirksvorstehers zu diesem Informationsaustausch gefolgt war. (Schluss) sc/rm/mp

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