Gewerkschaftsprotest bei Badener Tourismusgesprächen: Verhandlungen für bundesweiten Kollektivvertrag wieder aufnehmen!

Über 200 KundgebungsteilnehmerInnen appellieren lautstark an Verantwortung der Arbeitgeber im Hotel- und Gastgewerbe

Wien (OTS/ÖGB) - Im Rahmen der Badener Tourismusgespräche haben die Gewerkschaften vida und GPA-djp heute Früh eine Protest- und Informationsveranstaltung abgehalten. Anlass waren die gescheiterten Kollektivvertragsverhandlungen für das Hotel- und Gastgewerbe. Unter dem Motto: "Beschäftigte nicht wie Zitronen ausquetschen" wurden lautstark eine faire Einkommenserhöhung, bessere Arbeitsbedingungen und die Wiederaufnahme der bundesweiten Verhandlungen gefordert. An der Aktion haben sich über 200 BetriebsrätInnen und GewerkschaftsvertreterInnen beteiligt.++++

Den TagungsteilnehmerInnen wurden symbolisch Zitronen überreicht, denn die Beschäftigten im Tourismus sollen offenbar ausgequetscht werden, so der Verhandlungsführer der Gewerkschaft vida, Rudolf Komaromy, in seiner Begrüßungsrede: "Nach drei Runden haben die Arbeitgeber die KV-Verhandlungen durch unerfüllbare Forderungen abgebrochen und waren nicht einmal bereit, über eine Erhöhung der Löhne und Gehälter überhaupt zu reden. Einmal mehr wird auf Kosten jener gespart, die den Erfolg des heimischen Tourismus überhaupt erst möglich machen!"

"Die rund 200.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe verdienen eine faire Einkommenserhöhung! Die Arbeitsbedingungen in der Branche sind schwierig genug und müssen dringend verbessert werden", setzte Alfred Gajdosik, Verhandlungsführer der GPA-djp, in seiner Rede nach. "Mit weniger Nachtruhe wollen die Arbeitgeber aber genau das Gegenteil erreichen!"

Die Zustimmung der Gewerkschaften zu drastischen Verschlechterungen für die Beschäftigten wurde bei den diesjährigen Verhandlungen zur Voraussetzung erhoben, um überhaupt über Lohn- und Gehaltserhöhungen zu verhandeln: "Diese Diktate sind ein Skandal, das ist kein Verhandlungsstil und respektlos - wer Sozialpartnerschaft ernst nimmt muss anders handeln!", fand der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, Karl Proyer, deutliche Worte.

"Zurück an den Verhandlungstisch!", forderte auch der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler: "Verhandlungspartner können keine unerfüllbaren Forderungen stellen. Unsere Aufgabe sind faire Einkommen. Wenn wir Qualitätstourismus haben wollen, brauchen wir motivierte MitarbeiterInnen und dazu braucht es gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung!"

"Wollen wir, dass Beschäftigte auch im Hotel- und Gastgewerbe länger gesund im Job bleiben können oder soll hier mit Wellness- und Wohlfühltourismus abgecasht werden und zwar mit kranken MitarbeiterInnen?", stellte der Vorsitzende der vida Niederösterreich, Horst Pammer, in seiner Rede eine Frage Richtung Arbeitgeber.

Alle GewerkschaftsvertreterInnen forderten die Arbeitgeber auf, von ihren Forderungen Abstand zu nehmen und die bundesweiten Verhandlungen wieder aufzunehmen: "Heute haben wir zur Erreichung unserer Ziele einmal demonstriert, aber wenn es darauf ankommt, können wir auch mehr!"

Was die Gewerkschaften fordern:

Schrittweise Anhebung von Mindestlohn bzw. Mindestgehalt auf 1.500.- Euro
Angemessene Einkommenserhöhung für alle Beschäftigten
Ein bundesweit einheitliches, modernes Lohn- und Gehaltssystem

Was die Arbeitgeber bieten:

Massive Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen!

Verkürzung der Nachtruhezeit von 11 auf 8 Stunden
Erweiterung des Durchrechnungszeitraums auf 6 Monate, z.B. für Überstunden

SERVICE:
Fotos von der Kundgebung gibt es auf www.flickr.com/photos/gewerkschaft-vida/sets/ zum Download, honorarfrei, Copyright: dewi

Weitere Informationen und Bilder gibt es auf www.vida.at bzw. www.gpa-djp.at

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