Wien-Brigittenau: 100 Jahre Kindergarten Vorgartenstraße

Wien (OTS) - Der Kindergarten Vorgartenstraße 71 in Wien-Brigittenau zählt zu den ältesten Kindergärten der Stadt und kann heuer auf hundert Jahre bewegte Geschichte zurückblicken. Anlässlich des runden Geburtstages lud der Kindergarten diese Woche zum großen Jubiläumsfest mit Stadtrat Christian Oxonitsch und Bezirksvorsteher Hannes Derfler.

Der Kindergarten für rund 220 Kinder inmitten von Gemeindebauten trägt eine Gedenktafel mit dem Erbauungsjahr 1914 - "nachdem wir auf diese fast in Vergessenheit geratene Tafel gestoßen sind, haben wir uns im Vorjahr entschlossen, dieses Jubiläum heuer gebührend zu feiern", erzählt Waltraude Lev, die gemeinsam mit Simone Löscher den - aus zwei Einheiten bestehenden - Kindergarten leitet.

Die kommunale Einrichtung hat jedenfalls hundert Jahr bewegte Zeitgeschichte hinter sich: Nachdem Wien im Jahre 1890 erstmals die Verwaltung von elf Kindergärten übernahm, wurden bis 1917 insgesamt 42 neue Betreuungsstätten geschaffen - darunter auch der Kindergarten in der Vorgartenstraße. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der renommierte Arzt Prof. Julius Tandler Stadtrat für Wohlfahrtspflege:
Ihm war es unter anderem wichtig, möglichst optimale Bedingungen für die heranwachsenden Generationen zu schaffen.

Ein besonderer Stellenwert kam dabei den als "Hilfseinrichtungen des Jugendamts" betriebenen Kindergärten zu. Die Erziehungsmethoden entsprachen - den damals - modernsten pädagogischen Erkenntnissen. In ihrer Mehrheit in Parks und in den Höfen der neuen kommunalen Wohnbauten eingerichtet wurden sie zum Großteil als sogenannte Volkskindergärten geführt: Dies bedeutete, mit Rücksicht auf die Berufstätigkeit beider Elternteile, einen durchgängigen Betrieb von 7 bis 18 Uhr, für den zehn Groschen wöchentliches "Besuchsgeld" zu entrichten waren. Auf Wunsch der Eltern konnte auch Frühstück und Mittagessen bezogen werden, wobei schon damals die Möglichkeit einer "den Verhältnissen angepassten Teilzahlung" vorgesehen war: Ende 1930 waren zwei Drittel aller Kinder von jeglicher Beitragszahlung ausgenommen.

1930 wurde in Wien die 100. städtische Kinderbetreuungseinrichtung eröffnet. Nachdem 1942 das Kindergartenwesen von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt übernommen worden war, kam die Verwaltung der Kindergärten nach Kriegsende 1945 in die Hände der Stadt Wien. Seit damals ging es stetig bergauf: Neue Ausbildungsstätten für PädagogInnen entstanden, 1952 ging der 150. Kindergarten in Betrieb.1980 konnte die Stadt Wien 85 Prozent aller drei- bis vierjährigen Kinder einen Kindergartenplatz anbieten. Viele ältere Einrichtungen wurden im Laufe der Jahre immer wieder saniert: Der Kindergarten in der Vorgartenstraße wurde zuletzt von 2001 bis 2002 einer Rundum-Erneuerung unterzogen.

"Ich bin stolz, dass Wien auf eine so lange Tradition städtischer Kinderbetreuung zurückblicken kann", betonte Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch im Rahmen des Jubiläumsfestes. "Diese Einrichtung steht stellvertretend für die vielen Kindergärten der Stadt, die sich bereits vor über hundert Jahren der Bildung und optimalen Förderung von Kindern verschrieben haben. Dieser Anspruch gilt bis heute und ist aktueller den je!"

Auch für den Bezirk Brigittenau ist der Kindergarten in der Vorgartenstraße eine ganz besondere Einrichtung: "Es ist sehr erfreulich, dass zwar das Kindertagesheim 100 Jahre alt ist, aber die Ausstattung und die pädagogische Ausrichtung topmodern sind und eine jugendliche Frische ausstrahlen", betont Bezirksvorsteher Hannes Derfler.

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